Verkehrsberuhigung (11.2004) | Mitgliederfahrt nach Erlangen (09.2004) | Boule-Platz wird eingespiel | Bebauungsplan Sheridan-Kaserne | Kleingärten vor Hochwasserschutz(09.2004) | Luitpoldbrücke: aus Fehlern lernen! (08.2004) | Jahreshauptversammlung 2004 (04.2004) | Jahresbericht 2003/04 (04.2004) | Luitpoldbrücke: Pannen (04.2004) | Mitgliederfahrt nach Graz (11.2003) | Dierig Flächennutzungsplan (06.2003) | Dierig-Sportplatz (03.2003) | 20 Jahre BÜRGERAKTION (10.2002) | Eberelestr. (08.2002) | Supply Center (06.2002 | Jahresbericht 2001 (04.2002) | Arbeiten am Fitness-Park (Dierig) (01.2002) | 1000 Unterschriften (01.2002) | Luitpoldbrücke VIII (01.2002) | Luitpoldbrücke VII (12.2001) | Unterschriftenaktion (11.2001) | Schlamperei bei der VGA (11.2001) | Bürgerwerkstatt Sheridan-Kaserne (11.2001) | Luitpoldbrücke VI (11.2001) | Ideen aus Tübingen(11.2001) | Gefährlicher Festbesuch (08.2001) | Spielmeile am Mühlbach (07.2001) | Augsburger Str. IV (07.2001) | Jahresbericht (04.2001) | Brücke VI (04.2001) | Mühlbachviertel (01.2001) | Neubau Brücke V (01.2001) | Sheridan-Kaserne (12.2000) | Planung Ackermann Straße (12.2000) | Neubau Brücke IV (09.2000) | Kunstskandal in Pfersee (07.2000) | Hauptversammlung (06.2000) | Neubau Brücke III (05.2000) Neubau Brücke II (05.2000) | Neubau Brücke (05.2000) | Stdtteilarbeitskreis Sheriden-Kaserne (04.2000) | Jahresbericht (04.2000) | Bürgerwerkstatt Sheridan-Kaserne (12.1999) | Spaziergang durch Cramerton...(09.1999) | Stadtteilfest (09.1999) | Ruhrtour (08.1999) | Sonnenfinstenis (07.1999) | Verkehrsberuhigung Pfersee-Nord (11.1998) | Baustelle Fuggerstadt-Center (10.1998) | Jugendspielplatz (07.1998) | Augsburger Str. III (05.1998) | Augsburger Str. II (05.1998)  | Augsburger Str. (04.1998) | Jahresbericht (04.1998) | Sheridan-Kaserne (10.1997) | Stadtteilfest 97 (09.1997) | Schleifenstraße (05.1997) | Martina Ottmann (04.1997) | SWP (04.1997) | Hauptversammlung (03.1997)

Pressemitteilung vom 29.11.2004

Konsens Verkehrsberuhigung
BÜRGERAKTION PFERSEE erkennt breite Übereinstimmung in der Forderung nach Verkehrsberuhigung 

„Wenn man alle widerstreitenden Stellungnahmen zur Erschließung der Sheridan Kaserne einem Mixer übergibt und nach hitziger Diskussion auf das Wesentlichste eindampft, so zeichnet sich als Ergebnis der Wunsch nach Verkehrsberuhigung ab. Wir würden es daher im besten Sinne für konsequent und bürgernah halten, wenn der Stadtrat seine Entscheidung zur Entwicklung der Kasernenfläche mit einem Beschluss koppelt, Möglichkeiten zur Verkehrsentlastung im gesamten Stadtteil Pfersee auszuloten,“ kommentiert der Sprecher der BÜRGERAKTION PFERSEE jüngste Meldungen.

Die BÜRGERAKTION PFERSEE begrüßt daher ausdrücklich Überlegungen aus der Verwaltung zusammen mit Anwohnern frequentierter Straßenzüge in Pfersee Nord und –Süd verkehrsberuhigende Einzelmaßnahmen vor Ort zu entwickeln, um in einem moderierten Verfahren zu einem Bürgervotum für den Stadtteil zu gelangen, wie es mit dem Forum Innenstadt bereits gelungen ist.

„Unabhängig davon“, so Dietmar Egger weiter, „möchten wir den Stadtrat in der Absicht bestärken die Sheridan Kaserne qualitativ hochwertig zu entwickeln. Wir erwarten uns aus der attraktiven Nachbarschaft und geplanten Infrastruktur eine deutliche Aufwertung des Stadtteils, der gerade im Südwesten bisher lediglich als „vernachlässigbares Westend“ direkt am Kasernenzaun wahrgenommen wurde.“
 
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Pressemitteilung vom 30.09.2004
Das Rad im Kopf
BÜRGERAKTION PFERSEE besucht die Radlerstadt Erlangen

Schon lange drängte es die Mitglieder der Bürgeraktion Pfersee „Schlössle“ e.V. sich einmal die Radlerstadt Erlangen anzusehen. Schließlich hat es der gebürtige Augsburger Dr. Dietmar Habermeier in Bayern geschafft Erlangen zu der Radlerstadt zu machen, die in dieser Hinsicht den Vergleich mit Münster oder Freiburg nicht zu scheuen braucht. So reisten mit Zug und Rad die Pferseer für ein verlängertes Wochenende nach Mittelfranken, um sich von dem ehemaligen, aber immer noch voll engagierten Umweltreferenten und jetzigen Landesvorsitzenden des ADFC höchstpersönlich eine konsequent ausgebaute Radverkehrs-Infrastruktur  vorstellen zu lassen.

Mit dem Rad ging es kreuz und quer durch die Universitätsstadt, wo Dr. Habermeier unterstützt vom Erlanger Kreisvorsitzenden des ADFC, Dietrich Boerner, den Gästen durchaus unkonventionelle Lösungen vorstellte: vorfahrtberechtigte Radwege, an deren Kreuzungen die motorisierten Verkehrsteilnehmer die Wartepflicht haben, Radwege entgegen der üblichen Fahrtrichtung von Einbahnstraßen, bevorzugte Aufstellflächen für Radler an Kreuzungen und dergleichen mehr. Nur mit  Entschlossenheit und Beharrlichkeit, so Dr. Habermeier, gelang einen stark ins Gewicht fallenden Teil des Verkehrsgeschehens auf das Rad zu verlagern. Manch unkonventionelle Lösung musste gegen Widerstände, u.a. auch der Aufsichtsbehörden, durchgeboxt werden.  Es dauerte seine Zeit, so der Radfachmann, bis sich das Rad in den Köpfen der maßgebenden Entscheidungsträger in Richtung Radlerstadt zu drehen begann.

Gewiss, die Randbedingungen waren günstig, geringe Höhenunterschiede im Stadtgebiet, die städtischen Schwerpunkte im fahrradgerechten Bereich, und  bereits ein Netz von Fahrradwegen, das – anders als in anderen Städten – in den 70er Jahren nicht dem Automobil geopfert wurde. Mit einer Mär räumte Dietmar Habermeier allerdings gleich auf: Nicht die zahlreichen Studenten sind es, die in Erlangen das Bild von der radelnden Stadt prägen, sondern es sind die 90.000 Räder, die von einhunderttausend Erlangern bewegt werden.

Bei ihrer Tour lernten die Pferseer auch den „Röthelheimpark“ kennen, eine Konversionsfläche von ca 100 ha, welche die abziehende US-Army in den 90er Jahren freimachte. 1994 wurde mit einem städtebaulichen Ideenwettbewerb die ersten Planungen aufgenommen, die im Laufe des Verfahrens mit einer regen Bürgerbeteiligung zum Bebauungsplan fortentwickelt wurden. Interessanterweise wurde die künftige Einwohnerzahl der Konversionsfläche im Verlauf der Planung fast halbiert, nicht zuletzt zugunsten reduzierter Bauhöhen und erweiterten Freiflächen.

Institute der Universität in den mustergültig sanierten Gebäuden der denkmalgeschützten Artilleriekaserne von 1900 oder Wohnungen und Schulen in ehemaligen Mannschaftsgebäuden der US-Army wecken Erinnerungen an die Hindenburg- oder Sheridan-Kaserne in Augsburg. Bemerkenswert auch die Anlage des zentralen Grünzuges mit Übergang in ein standortnahes Naturschutzgebiet.

Nachmittags ließen sich die Gäste von der Wertach noch die Entwicklung  Erlangens von der Altstadt bis zur barocken  Planstadt  erläutern, wobei ein Rundblick vom Turm der Hugenottenkirche auf das heutige Erlangen erahnen ließ, welchen Aufschwung die Stadt infolge der Ansiedlung der Firma Siemens nach 1946 genommen hat. Anschließend stärkten sich die Pferseer auf dem Fest am Altstädter Kirchenplatz bei Erlanger Bier für die Weiterfahrt nach Nürnberg  und genossen noch die fränkische Gastfreundschaft, konnten sie Dank Vermittlung von Dr. Habermeier doch im Gästehaus der Stadt Erlangen unterkommen.

Am Sonntag stand der Besuch des Dokumentationszentrums „Reichsparteitagsgelände“ in Nürnberg auf dem Programm. Hier konnten die Besucher erfahren, wie das Erbe der  NS-Diktatur bewältigt werden kann, wollten aber auch Ideen für die Nutzung der mit der braunen Vergangenheit behafteten Halle 116 auf dem Sheridan-Gelände sammeln. Bei der Führung über das Gelände wurde immer wieder betont, wie wichtig ein authentischer Ort für die Wissensvermittlung über dieses dunkle Kapitel der Deutschen Geschichte sei. So wurde auch die vorzügliche Dokumentation über die Rolle Nürnbergs als Stadt der Reichsparteitage in einem der Kopfbauten der Kongresshalle untergebracht, deren unvollendeter Torso ein nachdenkenswertes Beispiel für eine menschenverachtende  Architektur abgibt.

Einen ausführlichen Bericht mit Lichtbildern über die „Radlerstadt Er-langen und vom „Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände in Nürnberg“ werden Mitglieder der Bürgeraktion im Frühjahr zu Beginn der Radlsaison auf einem Bürgerstammtisch geben. Dazu wird gesondert eingeladen.

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Pressemitteilung vom 30.09.2004
Termin Sonntag, 3.10.04, ab 14.00 Uhr
Gollwitzerstraße, direkt am Mühlbach,
Straßenseite ggü. Kindergarten und Feuerwehr
 
Boule-Platz wird eingespielt
BÜRGERAKTION PFERSEE weiht Boule- und Eislauffläche am Mühlbach ein

Es gibt sie noch – die guten Nachrichten. Z.B. von sehr gutem Zusammenwirken von Stadtverwaltung und Bürgerschaft.
Seit langem spukt in den Köpfen die Idee von einer „Spiel-meile“ auf dem Gelände einer aufgelassenen Lokalbahntrasse zwischen Gollwitzer-/Färberstraße und Adlhochschule. Besonders ggü. der Kindertagesstätte am Mühlbach weitet sich die Fläche auf und wurde lange Zeit als wilder Parkplatz mißbraucht.
Der Umweltreferent Schaller war spontan begeistert als wir ihm unsere Idee unterbreiteten die brach liegende Fläche als Boule-Platz zu benützen und im Winter hier Eis zu laufen. Der Kontakt zum Grünordnungsamt war sofort hergestellt um Einzelheiten abzusprechen, die hiesige Flussmeisterei vermittelte uns einen Bagger und die Bürgerstiftung „Beherzte Menschen“ teilt sich mit uns die Kosten für die Erdarbeiten. Zu unserem Glück verfügt das Grünordnungsamt auch über eine Ausbildungsbrigade, die die vorbereitete Fläche planierte, mit geschälten Rundhölzern abgrenzte und zuguterletzt auch einen Weg befestigte.
Und die Freiwillige Feuerwehr Pfersee hat uns eine Löschübung versprochen – wenn`s friert. Und wenn alles klappt, dann steht diesen Winter mitten in Pfersee eine Eislauffläche zur Verfügung.

Nachdem unsere Helfer von der Freiwilligen Feuerwehr Pfersee ohnehin am Sonntag ihren Tag der offenen Tür feiern, ergreifen wir die Gelegenheit den Platz einzuspielen – und wenn Sie eh schon in der Nähe sind, schauen sie vielleicht auch bei uns vorbei.

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Pressemitteilung vom 24.09.2004

Es geht nicht nur um den Grasigen Weg
BÜRGERAKTION PFERSEE stellt Anforderungen an Bebauungsplan Sheridan-Kaserne
Auch wenn die aktuellen Diskussionen mitunter anderes vermuten lassen, die Sheridan-Kaserne besteht nicht nur aus dem Grasigen Weg. Vielmehr sollen hier innenstadtnah Arbeitsplätze entstehen und direkt am neuen Stadtpark könnten die wohl attraktivsten Wohnbauflächen Augsburgs entstehen. Zur ebenfalls notwendigen Infrastruktur wurde bisher allerdings wenig Konkretes bekannt. Die BÜRGERAKTION PFERSEE „Schlössle“ fordert in ihrer Stellungnahme zum Bebauungsplan daher, dass vor einer Entscheidung zu einem Schulstandort erst deren Profil geklärt werden müsse.
Bisher wurde nicht definiert, ob ein möglicher Vollschulstandort z.B. auch die Spicherer Schule ersetzen soll. Der Schulsprengel der Grundschule an der Spicherer Straße reicht im Osten und Nordosten aber bis zur Hessenbach- bzw. Bgm.-Ackermann-Straße. Eine Randlage der Schule im Sprengel und eine nochmalige Verlängerung der Schulwege wäre für Grundschüler aus diesem  Bereich nicht zumutbar. Den Bedürfnissen einer unweigerlich größeren Grundschule müsse mit der Situierung Vorrang vor einer vermutlich nur 2-3-zügigen Hauptschule eingeräumt werden. Die BÜRGERAKTION PFERSEE favorisiert daher einen Standort im Osten des Areals zwischen Mittlerer und Grasiger Weg.
Ideal wäre die Sheridan-Kaserne auch für eine weiterführende Ganztagesschule. An einer solchen Einrichtung besteht in Augsburg dringender Bedarf und faktisch ist der Einstieg in die Ganztagesschule mit dem neuen G 8 auch bereits erfolgt.
Ein ebenfalls dringend erforderliche Kindertagesstätte sollte möglichst in direkter Nachbarschaft zur Schule vorgesehen werden. Die BÜRGERAKTION verweist darauf, dass ein geplanter Kindergarten auf den Uhland-Wiesen nie zustande kam und aufgrund der weiten Entfernungen zu bestehenden Einric-tungen die vorhandenen Wohngebiete im Süden und Südosten Pfersses als Einzugsgebiet mit abzudecken sind. „Trotz der neuen Einrichtung „Columbus“-Kindergarten an der Bgm.-Bohl-Straße“, so der Sprecher der BÜRGERAKTION Dietmar Egger, „musste in diesem Jahr von den Pferseer Kindergärten aus Platzmangel nahezu jede 2. Anmeldung abgelehnt werden.“

Als Erschließungsvariante spricht sich die BÜRGERAKTION  für einen weiterhin geschlossenen Grasiger Weg aus, wie auch von der Bürgerwerkstatt empfohlen. „Die wirksamste Verkehrsberuhigung ist nach wie vor die Verkehrsvermeidung“, so Dietmar Egger weiter. „Wenn wir mit einer Öffnung des Grasiger Weg den Durchschuss zur Innenstadt öffnen, brauchen wir uns nicht zu wundern, wenn sich unser Stadtrat nicht mehr erinnert, dass er seit 1993 wiederholt Verkehrsberuhigung für den ganzen Stadtteil beschlossen hat und hier im Obligo steht.“

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Pressemitteilung vom 24.09.2004
Stadtrat stiehlt sich aus der Verantwortung
5 Jahre nach dem verheerenden Pfingsthochwasser hat die neue Gestaltungsmehrheit CSU/FBU die Erinnerung schon verdrängt

„Es sollte eigentlich eine Binsenweisheit sein: Hochwasser-schutz für Pfersee ist nur an der Wertach möglich, während Kleingärten überall ausgewiesen werden könnten. Wir haben daher kein Verständnis für die jüngste Bauausschuss-entscheidung, die pauschal einen Verbleib von Kleingärten an der Lutzstraße fordert und kommunale Kernaufgaben schlicht ignoriert“, ärgert sich der Sprecher der BÜRGERAKTION PFER-SEE Dietmar Egger. „Der Stadtrat macht es sich sehr einfach, wenn er Hinweise des Wasserwirtschaftsamtes Donauwörth auf desolate Arbeitsbedingungen ignoriert und fehlende Unterstützung seitens der Stadt in einen Erpressungsversuch umdeutet – ohne Minimalanforderungen zu beachten oder eine sozial verträgliche Umset-zung auszuloten.“
Die BÜRGERAKTION PFER-SEE engagiert sich seit Beginn des Projektes Wertach Vital II und solange weisen wir vergeblich darauf hin, dass die betroffenen Kleingärtner Ersatzangebote brauchen, bzw. klare Aussagen unter welchen Bedingungen ein begrenzter Verbleib möglich ist. Lt. Erhebungen des Tiefbauamtes wohnt fast die Hälfte der Nutzer nicht in Pfersee. Diesem Kreis könne, so Dietmar Egger weiter, jederzeit ein Alternativstandort in anderen Stadtteilen angeboten werden. Etliche „Gartler“ erwägen aus Altersgründen ohnehin die Aufgabe ihrer Parzelle. Diese Leute wären mit einer, ohne Weiteres möglichen, verbindlichen Zusage über die Dauer der nächsten 3-4 Jahre völlig zufrieden. In einer „Tauschbörse“ wäre möglich den Wechsel von Jüngeren und Mobileren in Ausweichquartiere zugunsten der Älteren zu organisieren.
Spätestens seit dem Frühjahr liegen entsprechende Konzepte zu Alternativstandorten vor und wurden in den Gremien nicht behandelt. Wir fragen uns daher, wieviel Verantwortung meint ein Stadtrat wahrzunehmen, der sich jetzt hinter den Planern wegduckt und nicht errinnert, dass die Forderung nach einem Meter Freibord über der Kote hundertjähriges Hochwasser vom selben Stadtrat formuliert wurde, der nun die erforderlichen Grundstücke nicht bereit stellen will. „Der Stadtrat muss sich zudem fragen lassen, welche Prioritäten er eigentlich stellt. Für Kleingärtner, die jüngst ersatzlos vom Dierig-Areal vertrieben wurden, hat sich keine Hand gerührt. Während aus deutlich profaneren Gründen anderswo en bloc auf Gärten verzichtet wurde, wirft man sich ins Feuer, obwohl die Kleingärtner an der Wertach in jedem Fall 1:1 entschädigt werden und Tausende von  Hochwasseropfern immense Schäden zu verzeichnen hatten – ohne jemals auf einen Ausgleich hoffen zu dürfen.“

P.S. Seit 1999 waren bereits zweimal Wetterlagen zu verzeichnen, die nur aufgrund glücklicher Fügung zu keinen Überschwemmungen in Augsburg führten

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Pressemitteilung vom 30.08.2004
Luitpoldbrücke: aus Fehlern lernen!

Pressemitteilung zu der Berichterstattung um die Luitpoldbrücke und zum Artikel „Niemand wusste was von einem Pilotprojekt“.

Es ist kein gutes Zeichen für die Zukunft, wenn Stadträte ihren Teil der Verantwortung der Misere um die Luitpoldbrücke zurückweisen, anstatt diese zu  analysieren damit solche Vorgänge wenigstens für künftige Projekte ausgeschlossen werden. Deshalb hier einige Fakten zur Entstehung der Pleite:
Information:
Beim Brückenbau in Pfersee war der Stadtrat durch die Bürger sehr genau über die Probleme informiert. Es gab öffentliche Veranstaltungen, Unterschriftensammlungen, offene Briefe, Einwändungen im Bebauungsplan und eine sehr gute Berichterstattung in der AZ. All dies hat nicht zu Änderungen geführt.
Kosten:
Schon im Vorfeld haben sich enorme Steigerungen abgezeichnet. Ein Höhepunkt waren Mehrkosten in Höhe von 1 Million Euro nach den Ausschreibungen der Arbeiten. Die Chancen zur Umplanung wurden nie ergriffen, eine Stadtratsmehrheit hielt unverdrossen an einer Maximalplanung fest und nahm damit in Kauf, dass die Brücke  mit fast 12 Million Euro etwa doppelt so teuer wurde, wie ursprünglich geplant. Wenn jetzt über weitere 800000 Euro gestritten wird, ist dies nur die Spitze des Berges an Kosten der aufgetürmt wurde.
Straßenbahnhaltestelle:
Die Haltestelle auf der Brücke macht im auch Zusammenhang mit der ursprünglich geplanten Nordlösung für den Pferseer Tunnel  keinen Sinn. Wie leitende Mitarbeiter der Bauverwaltung festgestellt haben, wäre der Ausbau der Haltestelle in der Pferseer Straße sinnvoller gewesen. Man glaubte aber, dies nicht durchsetzen zu können und hielt, trotz vielen Verbesserungsvorschlägen, an der teuren und unsinnigen Situierung auf der Brücke fest. Die Haltestelle in der Pferseer Straße, die eigentlich abgeschafft werden sollte, besteht übrigens weiterhin, ohne dass dies zu Problemen führt.
Lokalbahntunnel:
Ursprünglich war geplant die Lokalbahn in einem Betontrog unter der Brücke zu führen. Die Kosten hätten hier zusätzlich ca. vier Million Euro betragen. Durch die Zufahrtsrampen wären große Teile der Grünflächen an der Wertach zerstört worden. Mit Hilfe des Wirtschaftsministeriums und der Regierung von Schwaben konnten die Pferseer dies verhindern. Der Regierung wurde im Stadtrat dabei „Schikane“ vorgeworfen. Obwohl der Tunnel längst gestrichen war, wurden während des Baues der Brücke teure Fundamentpfeiler für diesen Tunnel betoniert, ohne dass dies zu kritischen Nachfragen geführt hat. Mit weniger als der Hälfte des Geldes, das die Initiative der Bürger hier der Stadt Augsburg gespart hat, könnte man problemlos den Gehweg über die Wertach bauen, der als Ersatz für das Goggeleswehr nötig ist.
Fazit:
Anstatt der Verwaltung wenigstens die finanziellen Grenzen aufzuzeigen, auf die Argumente der Bürger zu achten und eine Kontrolle einzurichten, hielt eine breite Stadtratsmehrheit  (die Faktion der Grünen  bildete hier die einzige erfreuliche Ausnahme) an der überzogenen Planung fest. „Die Anliegen der Bürger wurden abgebügelt“, lautete denn auch die Überschrift eines Presseartikels.
Es ist unfassbar, wenn Mitglieder des Bauausschusses erklären, sie hätten von nichts gewusst. Den Bürgern war jedenfalls sehr wohl bekannt, dass es sich bei der Luitpoldbrücke um ein „innovatives Bauvorhaben“ handelte, mit dem es von Anfang an Probleme gab.
Da die Brücke nun fest betoniert ist, gilt es Lehren für die Zukunft zu ziehen. Dies wird aber nur gelingen, wenn auch der Stadtrat seinen Teil an der Pleite sieht und die Verantwortung übernimmt.
Vorschlag für eine aktuelle Verbesserung:
Noch immer wartet  der Radweg, der entlang des Wertachkanales die Brücke unterqueren soll, auf seine Vollendung. Es wäre sehr hilfreich, wenn der Stadtrat aufklären könnte,  wann dieser Radweg endlich fertig wird.

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Pressemitteilung vom 22.04.2004
Neue Vorsitzende bei der BÜRGERAKTION
Eine Eindrucksvolle Bilanz kann der Vorstand vorlegen

Georgine Truckenmüller wird künftig als stellvertretendes Vorstandsmitglied im  Führungsteam der Bürgeraktion Pfersee „Schlössle“ e.V. vertreten sein. Sie tritt die Nachfolge von Gitta Hopp-Köhler an, die nach vielen Jahren Vorstandstätigkeit aus persönlichen Gründen nicht mehr zur Wahl antrat, allerdings nicht ohne ihrer Nachfolgerin Mut zu machen: “Es waren tolle Jahre der Zusammenarbeit, die mir viel Spaß gemacht haben und bei denen ich viel erfahren konnte.“ So bedankte sich Dietmar Egger, der auch in den nächsten zwei Jahren die Bürgeraktion Pfersee führen wird, mit einem Abschiedsgeschenk für die fruchtbare Zusammenarbeit und würdigte die scheidende Hopp-Köhler als Frau, die es stets verstand, die Dinge auf den Punkt zu bringen.
Ansonsten wurden die bisher tätigen Vorstandsmitglieder in ihren Funktionen bestätigt: Als weiteres stellvertretendes Vorstandsmitglied wurde Bernhard Kammerer wieder gewählt. Das Amt des Kassiers begleitet weiterhin Wolfgang Konrad, während wie bisher die Tätigkeiten des Schriftführers Ulrich Truckenmüller und Dr. Peter Seyboth teilen. Im Beirat der Bürgeraktion sind Robert Bernhard, Angelika Simak, Roswitha Staudinger und Uta Shaughnessy vertreten, während für den Beirat des Bürgerhauses Petra Kammerer und Klaus Konrad gewonnen werden konnten. Als Revisoren wurde das bewährte Team Margarete Billian und Walter Schneider wiedergewählt.
In seinem Rechenschaftsbericht ging Dietmar Egger auf die vielfältigen Entwicklungen innerhalb des Stadtteils ein, die nicht in allen Fällen die ungeteilte Zustimmung der engagierten Bürger gefunden hat: Während beim Umbau der Augsburger Straße wesentliche Ziele erreicht werden konnten, scheiterten die Bemühungen im Pferseer Norden die letzten Freiflächen als Erholungs- und Sportflächen zu sichern.
Ausdrücklich würdigt der Vorsitzende die gute Zusammenarbeit mit den anderen Pferseer Gruppierungen, die u.a. beim Kunsttunnel und bei der Baustellenparty zu einer engen Zusammenarbeit geführt haben.
Höhepunkt des letztjährigen Programms war ohne Zweifel die Fahrt nach Graz, der europäischen Kulturhauptstadt des Jahres 2003. Auch in diesem Jahr ist wieder eine Exkursion angesetzt. Das Ziel wird Erlangen, die bayrische Radlermetropole sein. Der Ex-Augsburger und ehemalige Erlanger Referent Dr. Dietmar Habermeier will den Pferseern zeigen, wie eine Stadt radfahrerfreundlich gestaltet werden kann.
Als weiteren Schwerpunkt des Jahres 2004 nennt Dietmar Egger die Beschäftigung mit der Situation der Kinder und Jugendlichen im Stadtteil. Ein erster Bürgerstammtisch mit dem städtischen Schulreferenten Sieghard Schramm konnte bereits veranstaltet werden. Auch die Situation bei den Kindertagesstätten wollen die Pferseer demnächst genau durchleuchten.

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Pressemitteilung vom 20.04.2004
Noch mehr Mut!
Jahresbericht der BÜRGERAKTION PFERSEE erschienen

„Noch mehr Mut, um das zu erreichen, was Sie erreichen wollen!“ Auch diese Aufforderung des städtischen Umweltreferenten Thomas Schaller an die Bürgeraktion Pfersee „Schlössle“ e.V. ist in dem Jahresbericht der Stadtteilinitiative, der soeben erschienen ist, verzeichnet. Wie jedes Jahr ziehen  die Pferseer mit einem kleinen Heftchen Bilanz über ihre Tätigkeit  im vergangenen Jahres und  leisten somit eine Beitrag zur Chronik des Stadtteils, werden doch alle  wesentlichen Entwicklungen in Pfersee aufgeführt: Fertigstellung der Augsburger Straße, Umbau des Bahnhofes zur Mobilitätsdrehscheibe, neue Nutzung des Dierig-Geländes, Bebauung des „Supply-Centers“ an der Bgm.-Ackermann-Straße, Schicksal der Halle 116, dem ehemaligen KZ-Lager in der Sheridankaserne, oder die  Diskussion um die Verkehrsbedeutung des „Grasigen Weges“.
Nur mit der neu erbauten Luitpoldbrücke können sich die Pferseer nicht so recht anfreunden. Das ungeliebte Bauwerk – besser gesagt – die Pannen, wie die gar nicht so behindertengerechte Haltestelle,  verarbeiten sie dann in bewährter Art und Weise in der schon traditionellen Satire „Das Letzte“. Wehmütig  hingegen nehmen die hochwasser-erfahrenen Pferseer Abschied von der geliebten Goggelesbrücke nach dem Grundsatz „Hochwasser-schutz  muss vor Denkmalschutz gehen“, wobei sie  der Hoffnung Ausdruck geben, dass die geplante Fuß- und Radwegbrücke an gleicher Stelle nicht so lange auf sich warten lässt.  In diesem Zusammenhang stellen sie auch kurz die weiteren Planungen von „Wertach Vital“ vor.
Dass die Pferseer durchaus in der Lage sind, über die Grenzen des eigenen Stadtteils hinauszublicken, dokumentieren sie mit einem Reisebericht aus Graz, der Kulturhauptstadt Europas im Jahr 2003. Dabei haben sie sich nicht nur die Attraktionen der steirischen Landeshauptstadt angesehen, sondern sind auch mit den dortigen „Machern“ in Kontakt getreten und haben manch guten Ratschlag aus Graz mitgebracht. So geben sie der Stadt Augsburg als künftige Kulturhauptstadt gute Chancen, wenn es dieser gelingen sollte, unter anderem ihr Profil als Stadt des Religionsfriedens weiter zu schärfen. Mit der „Kulturpalette“ und natürlich mit der Pferseer Unterführung, welche zwischenzeitlich die Wandlung zum „Tunnel der Fantasie“  erlebt hat, sehen die Bürger aus dem westlichen Stadtteil ebenfalls gute Ansätze für die Kulturhauptstadt, weisen aber auch kritisch daraufhin, dass Augsburg, was die touristische Infrastruktur betrifft, durchaus noch Nachholbedarf hat.
Dass es auch künftig notwendig sein wird, die Entwicklung des Stadtteils konstruktiv zu begleiten, macht der Beitrag „Pfersee boomt!“ deutlich. Während die Gesamtstadt in den letzten Jahren einen Bevölkerungsrückgang zu verzeichnen hat, verzeichnet Pfersee im gleichen Zeitraum eine kontinuierliche Zunahme, eine Entwicklung die mit der Konversion der Kasernenflächen noch länger so anhalten wird. Insbesondere der Situation der Kinder und Jugendlichen im Stadtteil hat sich für das laufende Jahr die Bürgeraktion auf die Fahnen geschrieben.
Interessierten Bürgern kann der Jahresbericht, der in einer Auflage von 800 Exemplaren erschienen ist, gerne zugesandt werden. Anforderung bitte unter der Rufnummer (0821) 52 00 79, über Fax (0821) 52 00 94 bzw. per E-mail unter ba@pfersee.de.

 
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Pressemitteilung vom 04.04.2004

Luitpoldbrücke: Längst nicht die letzte Panne
 
Die behindertentaugliche Haltestelle auf der Luitpoldbrücke, die für ihr Zielpublikum nicht zu erreichen ist, stellt längst nicht das Ende der Fahnenstange dar. Mit ungesicherten Bahnübergängen und ins Nichts führenden Fahrradwegen weist die 12-Millionen-Euro-Pleite weitere gravierende Mängel auf.

Die Pannenchronik zur Luitpoldbrücke ist mit der Posse um die für Behinderte nicht erreichbare Haltestelle bei weitem noch nicht abgeschlossen. Offenbar hatten sich die Verantwortlichen auf eine Unterführung der Lokalbahn so versteift (geschätzte Kosten weitere 11 Mio. EUR), dass für die Sicherung des Bahn-übergangs oberirdisch keinerlei Vorkehrungen mehr getroffen wurden.  Zwar war man in der Lage in einer Nacht-und-Nebel-Aktion 60.000 EUR für die Fundierung eines ungenehmigten Lokalbahntunnels zu verschleudern, die vorgeschriebene Mindest-Sicherung des unbeschrankten Bahnübergangs mit sog. „Andreaskreuzen“ hält man aber offenbar für verzichtbar. In Fahrtrichtung Pfersee wurden zwar kurzfristig noch Warnbaken eingesetzt, bereits die 50-Meter-Markierung konnte aber nur mehr auf einem mobilen Ständer auf dem Fuß-/Radweg plaziert werden, weil keine Verankerungsmöglichkeit vorgesehen ist und eine zusätzliche Bohrung wohl ebenso an der Brückenstatik scheitert, wie eine nachträgliche Gehsteigabsenkung zur Haltestelle.
Wegen der unbedachten Festlegung der Bordsteinkanten war zuvor bereits die Ausweisung von eigenen Fahrradspuren auf der Fahrbahn nicht mehr möglich – mit der Konsequenz, dass Radfahrer von der Brücke jeweils ins Nichts entlassen werden: Die gemeinsamen Geh- und Radwege werden laut amtlicher Trassenführung sowohl in die Pferseer Straße, als auch in die Augsburger Straße auf  reine Fußwege ausgeschleift (zur völlig unverständlichen Wegmarkierung vgl. anliegendes Foto). Der massive Mast für die Oberleitung der Straßenbahn auf dem Fußgängerüberweg Hessenbach-/Lutzstraße ist dabei kabarettreif noch mit dem wohlmeinenden Hinweis versehen: „Radfahrer Fußgängerampel beachten“ – ein Aufprallschutz, wie von Liftmasten in Schigebieten geläufig, wäre wohl angebrachter. 

An den eigentlichen Skandal die Brücke in der Manie „Augen zu und durch“ ohne Änderung zu bauen, obwohl längst klar war, dass ein Umbau der  Pferseer Unterführung nicht bezuschusst würde, die Baukosten von (noch im Jahr 2000) geschätzten 6 Mio. DM ohne Kontrolle auf das 4-fache explodieren zu lassen und den Pferseern den notwendigsten Hochwasserschutz am „Goggeleswehr“ mit Verweis auf nunmehr fehlende Mittel zu verweigern, reichen die o.g. handwerklichen Stümpereien dabei aber nicht ansatzweise heran.
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Pressemitteilung vom 17.11.2003
Graz darf alles, was darf Augsburg?
Eine Kulturhauptstadt bewirbt sich

 “Graz, darf alles, nur nicht unbemerkt bleiben!” Mit diesem Slogan setzt sich als europäische Kulturhauptstadt 2003 die steirische Hauptstadt Graz geschickt  in Szene. Beim dritten Anlauf klappte es endlich, wußte der ehemalige Kulturstadtrat und maßgebende Initiator der Bewerbung, Helmut Strobl den Mitglieder der Bürgeraktion Pfersee bei ihrer diesjährigen Studienfahrt zu berichten. Waren die Pferseer doch extra nach Graz gereist, um zum einem die kulturellen Aktivitäten der mit Augsburg hinsichtlich Größe durchaus vergleichbaren Stadt zu besichtigen, zum anderen um sich über die Kulturprojekte der 17 Stadtbezirke zu informieren.

Dass die Bewerbung von Graz, mit 230 000 Einwohner die zweitgrößte Stadt der Alpenrepublik, Erfolg hatte, führt Helmut Strobl auf mehrere Faktoren zurück: nicht zuletzt als Universitätsstadt eine attraktive Szene, mit “steirischem Herbst” und der “Styriarte” in der Kunstszene nicht unbekannt, eine fraktionsübergreifende Einigkeit hinsichtlich der Bewerbung und der Bereitschaft, ein Drittel des Etats in Marketingmaßnahmen zu stecken.

Ferner konnte mit der Wahl des Rundfunkmannes Wolfgang Lorenz zum “Intendanten Graz 2003” einer gewonnen werden, der zwar die Grazer Szene bestens kennt, mit ihr jedoch nicht “verbandelt” ist, dafür aber über einen internationalen Horizont verfügt. So gelang es, aus über 900 vorgeschlagenen Projekten ein Programm mit 100 Veranstaltungen zusammenzustellen.

Eines dieser Projekte, das Vorhaben “Stadtkulturalltag” stellte anschließend Magister Hans Putzer vor: Hier waren die Grazer Bürger aufgerufen, sich mit Ideen zu beteiligen. Erwartet wurden nachhaltige, bezirksspezifische Ideen, wenn möglich mit Bürgerbeteiligung und einer starken kommunikativen Wirkung. Entgegen allen Unkenrufen gelang es schließlich, für die 17 Grazer Stadtbezirke 14 Projekte auf die Beine zu stellen. Im Sinne eines erweiterten Kulturbegriffes konnte so mit den Bürgern die aktive kreative Gestaltung der alltäglichen Lebenswelt verwirklicht werden.

Einige dieser Bürgerprojekte wie “Ort der Stille” oder die “Baumhäuser” am Rosenheim konnten die Pferseer bei ihrem dreitägigen Grazer Aufenthalt besichtigen. Daneben standen aber auch andere Projekte auf dem Besuchsprogramm: Ein Gang über die “Insel in der Mur”, eine Baustellenbegehung im “Kunsthaus”, ein Open-Air-Konzert im historischen Hof des Landhauses, dem Sitz der Landesregierung, oder ein Besuch im Stollen des Grazer Schlossberges. Hier wurden Erinnerungsstücke der Grazer Bevölkerung ausgestellt, mit denen die Bewohner ihre ganz persönlichen Erinnerungen an ihre Stadt dokumentierten. 

Aus Graz haben die Exkursionsteilnehmer jedenfalls mitgenommen, dass eine Bewerbung als Kulturhauptstadt eine gewaltige Chance ist, dass diese professionell genutzt werden muss, dass es aber auch möglich und wichtig ist, die Bevölkerung zu aktivieren, und dass sich Kunst nicht nur auf die Innenstadt beschränken darf, sondern auch die Außenbezirke und sogar die Randgruppen mit einbeziehen kann und muss.

Einen ausführlichen Bericht mit Lichtbildern über “Graz 2003 - Kulturhauptstadt Europas” geben Mitglieder der Bürgeraktion am 4. Dezember 2003 im 20 Uhr im Bürgerhaus Pfersee.
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Pressemitteilung vom 30.06.2003
Flächennutzungsplan Dierig liegt aus.
Bürgeraktion informiert mit Stadtteilführung.   

Bis zum 16. Juli liegt im Stadtplanungsamt (Maximilianstraße 8; 3. Stock) der geänderte Flächennutzungsplan für das Dierig Gelände in Pfersee-Nord aus. Während dieser Zeit sind Einwändungen und Anregungen für jeden Bürger möglich. Wie bekannt ist, plant die Stadt auf der Freifläche Wohn- und Gewerbebauung zuzulassen.

Die BÜRGERAKTION PFERSEE nimmt die Auslegung  zum Anlass, um bei einer Stadtteil-führung über die Planung zu informieren. Bei der Führung geht es auch um weitere Themen:
Treffpunkt:
Samstag, 5. Juli, 14.00, Eingang der Firma Eberle, Eberlestraße 28 an der Ecke Eberle-straße/Kirchbergstraße.
Der Rundgang dauert ca. 1,5 Stunden, Gäste sind herzlich willkommen.

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Pressemitteilung vom 05.03.2003
EINER WIRD GEWINNEN –
Und alle anderen verlieren.

Nach diesem Motto entwickelt die Bauverwaltung den Bebauungsplan zur Dierig-Freifläche und weiß sich dabei offensichtlich bereits einer Stadtratsmehrheit sicher!

Zur Erinnerung: Die Dierig-Freifläche in Pfersee-Nord ist die einzige Grünfläche in einem äußerst dicht bebauten Bereich. Mit Sportplatz und Kleingärten erfüllt sie wichtige Erholungsfunktionen, für Jugendliche und Kinder gibt es Möglichkeiten zum sportlichen Ausgleich.

Nach den Plänen der Bauverwaltung, die den Wünschen des Investors entsprechen, wird das Gelände zerstückelt, öffentliche Restflächen haben durch ihre Lage stark privaten Charakter und lassen z. B. einen Jugendspielplatz nicht mehr zu. Der Besitzer erhält Baurecht und deutlichen Wertzuwachs, Pfersee verliert eine Freifläche mit vielen, über Jahrzehnte bewährten Funktionen.

Die BÜRGERAKTION fordert die Stadt nochmals auf in dem großen Dierig-Gebiet zumindest einen Jugendspielplatz zu schaffen, der so angeordnet ist, dass er benutzt werden kann. Es ist Aufgabe der Stadt dem Bezirk Pfersee-Nord seine Chancen in der Zukunft zu erhalten und dabei an die zu denken, die Freiflächen brauchen. Es spricht alles dafür, auf dem Gelände ein hochwertiges Gewerbegebiet zu entwickeln. Attraktive Sport- und Erholungsmöglichkeiten würden es ergänzen und aufwerten. So könnten alle gewinnen.
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Pressemitteilung vom 06.10.2002
Vision und Beharrlichkeit
Konzept der Ausstellung zum 20jähigen Bestehen der BÜRGERAKTION

Zum 20jährigen Bestehen zeigt die BÜRGERAKTION PFERSEE „SCHLÖSSLE“ e.V. vom 08. bis 24. Oktober in der Geschäftsstelle Pfersee-Mitte der Stadtsparkasse Augsburg die Ausstellung „20 Jahre und noch kein bisschen leise“. Sie möchte damit auf ihre Aktivitäten hinweisen. Bereits zum 10jährigen Jubiläum hatte sich die BÜRGERAKTION mit der Ausstellung „10 Jahre in Pfersee - für Pfersee“ der Öffentlichkeit bekannt gemacht.

Während bei der ersten Ausstellung die Ereignisse der Jahre 1982 bis 1992 auf elf Schautafeln streng chronologisch dargestellt wurde, wird bei der neuen Ausstellung ein abweichendes Konzept verfolgt. Es stehen die Schwerpunkte und  die in den zwanzig Jahren erzielten Erfolge der BÜRGERAKTION im Vordergrund. Wem allerdings mehr an der Chronologie gelegen ist, für den haben die Pferseer ihr Wirken in einer ebenfalls zum Jubiläum erschienen Broschüre zusammengefasst, welche die Ereignisse der Jahre 1992 bis 2002 in zeitlicher Ordnung wiedergibt.

So stellt die von den Vorstandsmitgliedern Bernhard Kammerer, Wolfgang Konrad und Dr. Peter Seyboth konzipierte Ausstellung zunächst die Ziele der BÜRGERAKTION vor. Einen Rückblick auf erste Aktivitäten gibt die Tafel „Schlössle und „Bürgerhaus“, während das Thema „Pfersee ändert sein Gesicht“ den Umbau des ehemaligen Industriestandortes in ein zentrumnahes Wohn- und Geschäftsquartier behandelt.

Mit einem symboträchtigen Spaten wird auf den Dauerbrenner Pferseer Unterführung, der „Kohlenrutsche nach Pfersee“, aufmerksam gemacht, wobei ganz aktuell die jüngst wieder ins Gespräch gekommene „Mittellösung“ der „Nordlösung“ gegenübergestellt wird.

Nicht minder aktuell werden die Themen „Augsburger Straße“, von den Ausstellungsmachern als „Pferseer Herzstück“ bezeichnet, und die Konversionsflächen „Im Westen viel Neues“ vorgestellt. Anhand eines  großartigen Luftbildes lassen sich hier die  Planungen verfolgen.

Auch ihr Zollhäuschen, mit dem sie regelmäßig auf Informationstour  im Stadtteil unterwegs ist, hat die BÜRGERAKTION aufgebaut. Während mit zwei kleineren Schautafeln die „Information“ der Initiative vorgestellt wird, haben die Ausstellungsbesucher auf dem aufgestellten PC Gelegenheit, die Homepage der BÜRGERAKTION www.pfersee.de aufzusuchen.

Dass über die Beschäftigung mit kommunalpolitischen Themen das Feiern nicht zu kurz kommt, wird mit der Tafel „Kultur und Feste“ dokumentiert. „Blick über den Zaun“ zeigt, was die Mitglieder der BÜRGERAKTION auf ihren Exkursionen in andere Städte gesehen und als Idee nach Pfersee mitgebracht haben.

Bei „Vision und Beharrlichkeit“ zeigen die Pferseer anhand eines großen Luftbildes, was in der Vergangenheit erreicht wurde, welche Brennpunkte im Stadtteil noch bestehen und wohin nach ihrer Meinung die Entwicklung Pfersees gehen muss.

Die gesamte Ausstellung will deutlich machen, dass sich die BÜRGERAKTION PFERSEE in den zwanzig Jahren ihres Bestehens durch eine große Beharrlichkeit ausgezeichnet hat, dass sie aber auch immer wieder Visionen zur Zukunft des Stadtteils Pfersee entwickelt hat. Gleichzeitig lädt sie die Bewohner des Stadtteils ein, sich für die Zukunft ihres Umfeldes zu engagieren.

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Pressemitteilung vom 05.08.2002
Verkehrsberuhigung Eberlestraße – Jetzt!

Die derzeitige Umleitung des Verkehrs in Pfersee macht deutlich, dass in der Eberlestraße seit vielen Jahren unhaltbare Zustände bestehen und die Anwohner damit allein gelassen werden.
Dabei gibt es seit 1993 für verschiedene Straßen in Pfersee einen einstimmigen Stadtratsbeschluss zur Verkehrsberuhigung, in den auch die Eberlestraße einbezogen ist.
Seit 1997 hat die Verwaltung konkrete Maßnahmen erarbeitet, die mit der Bevölkerung abgestimmt sind.
Während in einigen Straßen Beruhigungsmaßnahmen erfolgt sind, geschieht in der Eberlestraße nichts! Als Gründe werden immer wieder fehlende Finanzmittel angeführt. In der gleichen Zeit war es möglich, für die völlig überdimensionierte neue Luitpoldbrücke, zu den ursprünglichen Kostenschätzungen noch etliche Millionen Euro städtische Mittel aufzutreiben anstatt die Planung zu reduzieren.
Im Vergleich zur Verschwendung beim Brückenbau, handelt es sich bei den wenigen tausend Euro um völlig marginale Beträge, die in der Eberlestraße für längst versprochene Verbesserungen bei Schulwegsicherheit und Lebensqualität ausgeben werden müssen. Die Anwohner der Eberlestraße haben durch die Entwicklung in den letzten Jahren genug gelitten und Pfersee-Nord braucht endlich eine beruhigte und sicher überquerbare Eberlestraße.

Die BÜRGERAKTION fordert die Stadt Augsburg auf, die Verkehrsberuhigungsmaßnahmen in der Eberlestraße sofort zu realisieren. Nur dadurch lassen sich unerträglichen Verkehrsverhältnisse in dieser Straße so gestalten, dass die Anlieger damit leben können und ein Mindestmaß an Sicherheit  für alle Verkehrsteilnehmer gewährleistet ist.

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Pressemitteilung vom 27.06.2002
Neue Wohngebiete brauchen Läden,
keine großen Fachmärkte
Bürgeraktion Pfersee begrüßt Standhaftigkeit der Stadt

Die Bürger der neuen Wohngebiete an der Ackermannstraße sind die Leidtragenden, wenn Investoren den Hals nicht voll bekommen können und immer größere und umfänglichere Einzelhandelsflächen fordern. Es ist höchste Zeit, dass die Bewohner dieses Gebietes endlich eine Nahversorgung bekommen, aber dabei geht es um „kleine Brötchen“ und nicht um riesige Fachmärkte, wie sie vom Investor vorgesehen waren.

Die Bürgeraktion Pfersee begrüßt es sehr, dass die Stadt endlich einmal auch wirklich zu ihren eigenen Beschlüssen steht und für das „Supply Center“ an der Ackermannstraße keine Ausweitung der ohnehin schon üppigen Einzelhandelsflächen zulässt. Alles andere wäre auch ein krasser Widerspruch zu gültigen, vom Stadtrat beschlossenen Vorgaben wie etwa dem städtischen Einzelhandelskonzept oder dem Konzept zur Zentrenstärkung. Beide sollen verhindern, dass Stadtteilzentren oder gar die Innenstadt durch großflächige Bauten am Stadtrand ausbluten – wie groß diese Gefahr ist, zeigt die Tatsache, dass mit Kröll & Nill und Attinger zwei weitere Fachgeschäfte aus der Innenstadt verschwinden. Die Sanierungsziele wären von vornherein zum Scheitern verurteilt, wenn die Stadt ihre Verantwortung kurzfristigen Verwertungsinteressen unterordnen würde. Nicht umsonst wird die Augsburger Straße als Sanierungsgebiet ausgewiesen.

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Pressemitteilung vom 10.04.2002
Es gibt auch gute Nachrichten
Jahresbericht der BÜRGERAKTION PFERSEE erschienen

Mit der guten Nachricht, dass die Bürgerstiftung Augsburg, an der sich auch die BÜRGERAKTION PFERSEE „SCHLÖSSLE“ e.V. beteiligt, bald ihr Ziel von 100 Spendern erreicht haben wird, beendet die Bürgeraktion ihren Jahresbericht 2001, der in diesen Tagen herausgekommen ist. Ansonsten geht die Bürgeraktion durchaus kritisch mit den städtischen Planungen rund um Pfersee ins Gericht: Umgestaltung der Augsburger Straße, Neubau der Luitpoldbrücke, Erweiterung der Pferseer Unterführung, Bürgerwerkstatt Sheridan-Kaserne und zukünftige Nutzung des Dierig-Geländes heißen die Themen, die zum Teil schon jahrelang die Pferseer beschäftigen.

Letztendlich bietet das straff gestaltete Heftchen, in dem die Pferseer nicht nur Kritik, sondern durchaus konstruktive Informationen bieten, wieder eine interessante Chronik über die Geschehnisse des letzten Jahres in dem westlichen Stadtteil.

Wie immer steht im Mittelpunkt der Chronik ein Reisebericht: Dieses Mal haben sich die Pferseer Konversionsflächen in Tübingen angesehen und berichten über die dort gemachten Erfahrungen. Aber auch als Detektive haben sich die Pferseer betätigt, fanden sie nach langen Recherchen  heraus, dass das Relief einer Spinnerin, das jahrelang die Wand am Pförtnerhäuschen der Spinnerei und Weberei geschmückt hatte und jetzt von einer dicken Putzschicht verdeckt wird, seinerzeit von Professor Otto Schmitt geschaffen wurde. Der Künstler Otto Schmitt ist durch die Fassadengestaltung des Weberhauses am Moritzplatz zumindest den älteren Augsburgern bestens bekannt.

Darüberhinhaus zeigt die Chronik, dass die Bürgeraktion, die demnächst ihr zwanzigjähriges Bestehen feiern kann, auch im Stadtteil fest verwurzelt ist: So berichtet die Chronik über die erfolgreiche Zusammenarbeit innerhalb der Arbeitsgemeinschaft Pferseer Vereine und nicht zuletzt über die Sorgen, wie es mit dem Bürgerhaus Pfersee weitergehen soll, wenn diesem die Zuschüsse von Seiten der Stadt immer mehr gekürzt werden.

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Pressemitteilung vom 29.01.2002
„Arbeiten am Fitness-Park“ -
das Dierig-Gelände braucht Visionen

Bürgeraktion Pfersee informiert am Samstag über aktuelle Planungen –
Vorentwurf zum Bebauungsplan sieht Absiedelung des Sportplatzes vor
 

Wer die Chancen nutzen will, die das Dierig-Gelände in Pfersee-Nord birgt, muss Visionen entwickeln. Das Gelände mit seinen Sport- und Grünflächen ist so groß, dass hier sowohl ein Bürgerpark  mit großzügigen Freizeitmöglichkeiten als auch ein attraktives Gewerbegebiet entstehen können. Beide Teile könnten voneinander profitieren – in anderen Städten werden Gewerbegebiete bewusst mit Spielflächen geplant, um auch den Beschäftigten attraktive Erholungsflächen zu bieten. „Arbeiten beim Fitnesspark“ könnte hier ein Schlagwort sein. Eine Verdichtung im Bereich der bestehenden Gewerbeflächen könnte so gut begründet werden. Nach den Visionen können dann verschiedene Optionen entwickelt und gegeneinander abgewogen werden.
Das Beispiel der Bürgerwerkstatt Sheridan-Kaserne zeigt, dass sich ein solcher Prozess zügig nur mit den Bürgern an runden Tischen oder in moderierten Arbeitskreisen entwickeln lässt. Dieses Vorgehen macht neue Blickwinkel möglich und reduziert gleichzeitig die Konflikte, was bei der Vermarktung sehr hilfreich ist. Andere Gelände im Herzen von Pfersee zeigen eindrucksvoll, welche Risiken in Entwicklungen stecken, die gegen die Bürger durchgedrückt werden.
Wegen seiner enormen Chancen und Risiken für die Weiterentwicklung eines ganzen Stadtbezirks darf über das Dierig-Gelände nicht nur am Schreibtisch entschieden werden. Der jetzt gewählte Planungsansatz führt zu Lösungen, die nicht tragfähig sind und bei denen es letztlich nur Verlierer geben wird. Es muss zu einer Diskussion kommen, die fachlich und mit der Möglichkeit zum Entwickeln von Visionen geführt wird. Nur so kann sich das Potenzial des Geländes für alle Beteiligten, also auch für die Bürger, die mit den verwirklichten Lösungen leben müssen, entfalten.
Die Bürgeraktion Pfersee wird am Samstag, 2. Februar, zwischen 10 und 12 Uhr vor dem Kaufhaus Konrad über die anstehenden Planungen informieren.

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Pressemitteilung vom 28.01.2002
1000 Unterschriften
1000 Unterstützer für die Umgestaltung des Pferseer Stadtteilzentrums hat die Unterschriftenaktion von BÜRGERAKTION PFERSEE und ANA im Stadtteil Pfersee gefunden.

Mit blankem Unverständnis wird im Stadtteil kommentiert, dass in der Augsburger Straße zwar auf ganzer Länge die Straßenbahngleise ausgetauscht werden müssen, aber die immer wieder versprochene begleitende Neugestaltung auf der Strecke zu bleiben droht.
„Den Pferseer Bürgern werden im Stadtteilzentrum zwar alle Begleiterscheinungen einer Großbaustelle zugemutet, aber die notwendigsten Maßnahmen zur Sicherung des Einzelhandelsstandortes werden wieder auf einen St.-Nimmerleins-Tag verschoben“, so der Sprecher der BÜRGERAKTION Dietmar Egger. „Insbesondere stößt auf, daß die aktive Wirtschaftsförderung  im Stadtteilzentrum mit Verweis auf eine klamme Haushaltssituation unterlassen werden soll, während der Neubau der Luitpoldbrücke durch die unsinnige Haltestelle über der Wertach – mittlerweile 11 Mio. € Gesamtkosten - sich immer mehr zum Millionengrab entwickelt“.
Die Unterschriftenaktion wird im Stadtteil noch bis zum 18. Februar fortgeführt. Das markante Schilderhaus der BÜRGERAKTION - vor dem „Kaufhaus Konrad“ - wird dazu auch an den kommenden Wochenenden, jeweils am Freitag Nachmittag und Samstag Vormittag, besetzt sein. Aber auch in ca. 50 Geschäften und Praxen im Pferseer Zentrum liegen die Listen für alle interessierten Mitbürger weiterhin aus.

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Pressemitteilung vom 11.01.2002
Luitpoldbrücke: Pleiten, Murks und Pannen
Spatenstich als vorläufiger Höhepunkt einer unappetitlichen Chronik

Auch wenn die Stadtgewaltigen heute den offiziellen Baubeginn zur Selbstbeweihräucherung nutzen werden besteht für Jubel kein Anlass, eine Demission des Baureferenten würde dem Anlass wesentlich gerechter. Denn seit Bekanntwerden der ersten Planungsabsichten scheint im Baureferat die Devise zu gelten: „Vertuschen, täuschen, verschleiern ...“

Passend zum Beschluss (1996), die Bahnhofspassage in der sog. Nordlage zu verfolgen, wurde die Luitpoldbrücke baufällig. Dabei wurde nie geklärt, ob lediglich die Brücke über die Wertach oder auch die eigenständige und komplett andersartig konstruierte Brücke über den Wertachkanal gefährdet ist.
Zur Erinnerung: Der angeblich beabsichtigte Bahnhofstunnel würde die bestehende ÖPNV-Haltestelle Rosenaustraße nach Osten unter die DB-Gleise verschieben, nur deshalb musste der Brückenneubau zusätzlich eine Haltestelle mitten über der Wertach berücksichtigen. Ohne je die Datengrundlagen offen zu legen wurde für die Neubauplanung zusätzlich ein exorbitanter Verkehrszuwachs eingestellt: Statt der Ist-Belas-tung von ca. 19.000 KFZ-Bewegungen/24 h wurden bereits zum Realisierungs-Wettbewerb  29.820 KFZ vorgegeben, im Bebauungsplanverfahren auf ca. 31.000 KFZ noch einmal erhöht. Erst nachdem der Bebauungsplan Rechtskraft erlangt hatte wurde vor Ort auch gezählt: die getürkte Prognose wurde auf nur mehr ca. 24.000 KFZ reduziert, die mutwillig aufgeblähten Dimensionen der Brücke aber nie mehr.

Februar 2001: Demharter verkündet den Baubeginn für den Folgemonat, der geplante Lokalbahntunnel auf Pferseer Seite wird für die Andienung der Fa. Haindl als unverzichtbar  erklärt.
März 2001: Weil für die Tramtrasse die zwingend notwendige  Planfeststellung fehlt und die BÜRGERAKTION PFERSEE nachweisen kann, daß die Fa. Haindl sinnvoll nur über die Berliner Allee angedient wird, verschwinden sang- und klanglos erst die vorgesehene Trassenführung der Linie 5 über die Hessenbachstraße und dann der Lokalbahntunnel aus der Planfassung. Dazu müssen Anwohner aber erst einen Rechtsanwalt beiziehen. Auf den Kosten bleiben sie bis heute sitzen.
Juli 2001: Bei der Regierung von Schwaben liegen immer noch keine Zuschussanträge vor.
Oktober 2001: Die verspätete Ausschreibung - erst im September 2001 - erbringt zwangsläufig eine Kostenüberschreitung von 1 Mio. €.
November 2001: Der jeweils prognostizierte Baubeginn für 05/, 07/, 09/ und 10/2001 soll nun Ende November stattfinden. Noch am 5.11. erklärt Tiefbauamtsleiter Liepert Pferseer Einzelhändlern die Aufträge würden am 8.11. vergeben – wohl wissend, dass die Beschlussvorlage wg. ungeklärter Finanzierung der Mehrkosten nicht in den Stadtrat gelangt. Ein Baubeginn ist weiterhin nicht in Sicht, dafür wird ohne Veranlassung der Straßenbahnbetrieb eingestellt.
Dezember 2001: Am 6.12. werden nach haushaltstechnischen Tricksereien die Aufträge vergeben – die Mehrkosten werden einfach auf die Folgejahre verschoben. In der Stadtratssitzung heißt es ab 20.12. soll nun die Baustelle eingerichtet und bis Mai 2003 fertiggestellt werden. Nicht einmal der nur 14 Tage später avisierte Termin wird gehalten, dafür weisen verwaiste Hinweistafeln eine weitere Kostensteigerung von 0,5 Mio. € und eine Fertigstellung erst für August 2003 aus.
Januar 2002: Ausführungspläne liegen weiterhin nicht vor, Radfahrer und Fußgänger werden auf einer gemeinsamen Fläche abgewickelt – weil die Lage der Gullies für nicht mehr diskutabel erklärt wird.

Das städtebaulich unverträgliche Bauwerk – quer durchs Landschaftsschutzgebiet - wird, da ohne Zusatznutzen für den ÖPNV, als Straßenbau finanziert. Die erwartbare Förderung von ca. 70% (vgl. Rote-Tor-Umfahrung) statt möglicher 85% bedeutet bei einem Kostenvolumen von 9,5 Mio. € einen Betrag von zusätzlichen 1,5 Mio. € Eigenanteil für die Stadt Augsburg.
Die Planfeststellung zur Linie 5 ist weiterhin nicht eingeleitet, seit Juni 2001 favorisiert die Augsburger CSU eine Trassenführung über die Holzbachstraße. Die Haltestelle, die die zugehörige Tram wahrscheinlich nie zu sehen bekommt wird aber einstweilen gebaut.
Dafür ist das auslösende Projekt Bahnhofstunnel, bis auf ein paar posthume Zuckungen, komplett von der Bildfläche verschwunden, die Ausführung war nie weniger gesichert.

Fast schon folgerichtig bei all dem Murks erscheint uns, dass es bisher gelungen ist, für Fußgänger und Radfahrer eine völlig untaugliche Planung sicher zu stellen.
Aber, Hinweis für die Planer: Wenn beide Enden der Brücke nun schon mit „Joghurtbecher“-Verkehrsinseln drapiert werden sollen, weil Radfahrer sonst nicht mehr in die Augsburger- und Pferseer Straße eingeschleust werden können, muß es doch möglich sein, für die überflüssige Haltestelle auch noch eine Nutzung zu finden: All-Wetter-Boccia-Bahn vielleicht oder für heimatlose Wasservögel das Federvieh-Asyl „Zur Entengrütze“.

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Pressemitteilung vom 14.12.2001
Luitpoldbrücke: Radler rasseln durch den Rost
Allen Beteuerungen von Stadtbaurat Dr. Karl Demharter zum Trotz soll der Neubau der baufälligen Luitpoldbrücke 4-spurig erfolgen, Minimalstanforderungen für Radler bleiben auf der Strecke.

Seit Bekanntwerden der ersten Planungen für das aufgeblähte Brückenbauwerk weist die BÜRGERAKTION darauf hin, dass die geplante Variante eine reine Straßenaubaumaßnahme darstellt, die im Endausbau zu einer bequemen Innenumfahrung der hochbelasteten B 17 führt. Und eben solange wird der Stadtbaurat nicht müde zu betonen auf der Brücke sei keinesfalls mit einer Verdoppelung der Fahrbahnen für den motorisierten Verkehr zu rechnen – erstellt werde lediglich in beiden Fahrtrichtungen eine Fahrspur. Die müsse zwar als „überbreite“ berücksichtigt werden, weil wegen der Straßenbahnhaltestelle in Mittellage evtl. havarierte Fahrzeuge von Hilfsdiensten sonst nicht erreicht werden könnten. Ansonsten wäre die Brücke aber ein Meilenstein in der Geschichte der umweltverträglichen Verkehrsmittel.

Die BÜRGERAKTION PFERSEE bemüht sich seit Jahren mit konstruktiven Hinweisen nicht nur mögliche Kosteneinspar-ungen aufzuzeigen, sondern auch eine stadtbildverträgliche Lösung für die Brücke zu erreichen. Wie geplant erreicht die Brücke, mitten im ausgewiesenen Landschaftsschutzgebiet der Wertachaue, mit einem Querschnitt von bis zu 35 Metern spielend die Dimension der 4. Lechbrücke oder der Wertachbrücke für die B 17 in Höhe der Gabelsberger Straße. Aber weder Forderungen auf das Haltestellen-Freilichtmuseum über der Wertach zu verzichten und stattdessen die Fahrgäste erreichbar in der Pferseer Straße zu bedienen noch platzsparende Trassenvarianten wurden jemals untersucht.

Seit Jahren weisen wir auch auf die untragbare Situation für Fußgänger und Radfahrer hin. Zusammen mit dem ADFC haben wir auch nachgewiesen, daß bei Berücksichtigung eines Radfahrstreifens - auf Ebene der sonstigen Fahrbahnen - die Brückenbreite verringert werden kann. Denn diese Radfahr-streifen können als Mehrzweckfläche gelten und im Flächen-bedarf einer sog. überbreiten Fahrspur mit 5,50 m Breite untergebracht werden – da sie im Bedarfsfalle mit der Fahrbahn überfahren werden können. Zusätzlich wäre so u.a. ein Einschleifen der Fahrradfahrer in die Pferseer Straße möglich, während bisherige Planungen die Radler soweit nach Süden abdrängen, daß sie von Pfersee - Fahrtrichtung stadt-einwärts - schon als Rechtsabbieger aus der Perzheimstraße behandelt werden müssen. Aktuell wird, um die Radler nicht aus dem Sattel zu fegen, hier sogar die Errichtung eines Schrammbordes erwogen

Doch selbst die letzte Einsparungsmöglichkeit wird nicht weiter verfolgt. Wie der Stadtbaurat sicher wußte, hat die Regierung von Schwaben vor den Bau den Zuwendungsbescheid gestellt. Alle öffentlichen Verschleierungsversuche (“Mehr als die Hälfte der Brücke für den Umweltverbund“), falsche Verkehrsprognosen und die eigene anderslautende Abwägung dienten,

so wird jetzt deutlich, nur der Abwehr von Bürgereinwendungen zugunsten eines möglichst reibungslosen Bebauungsplanverfahrens: Das Einfallstor in Richtung Innenstadt soll möglichst weit aufgestoßen werden, insbesondere auch für den Schwerlastverkehr von der Bgm.-Ackermann-Straße. Die Regierung von Schwaben fordert im Zuwendungsbescheid 4 Fahrspuren auf der Brücke. Die Stadt beweist Umfällt-Kompetenz und stramm nach dem Motto „Was kümmert uns unser Geschwätz von Gestern“, wird ohne Diskussion am Maximalausbau gebastelt.

Verbesserungen für den Radverkehr sind dafür angeblich nicht mehr möglich. Während es auch für die verspätete – und somit preistreibende - Ausschreibung nicht möglich war, seit Planfassung im März 2001, aktuelle Ausführungspläne zu erstellen, Nachforderungen somit Tür und Tor geöffnet wurden, sind wohl zuallererst bei der Brücke die Standorte der Gullies für die Entwässerung definiert worden.
Würde, so verlautet nun, der Radweg auf das Niveau der Straße abgesenkt, so müsste die komplette Statik der Brücke geändert werden. Die Radler rasseln buchstäblich durch den „Gully“-Rost.

Das städtebaulich unverträgliche Monsterbauwerk wird, da ohne Zusatznutzen für den ÖPNV und trotz der liebevollen Titulierungen Demharters, nicht über ÖPNV-Töpfe gespeist, sondern ausschließlich über Straßenbaumittel. Die erwartbare Förderung von ca. 70% (vgl. Rote-Tor-Umfahrung) statt möglicher 85% bedeutet bei einem Kostenvolumen von 18 Mio. DM einen Betrag von zusätzlichen 2,7 Mio. DM Eigenanteil für die Stadt Augsburg.

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Pressemitteilung vom 29.11.2001
Unterschriftenaktion in Pfersee
ANA und BÜRGERAKTION protestieren mit Unterschriftenaktion gegen Einstellung der Tram

Der  Baubeginn zum Neubau der angeblich baufälligen Luitpoldbrücke steht nach wie vor nicht fest, die Stadtwerke Verkehrs GmbH sieht dennoch keine Veranlassung ihrer Betriebspflicht nach zu kommen - Pfersee und Stadtbergen werden mit der Straßenbahn einfach nicht mehr angefahren.

Da die Pferseer Bürger die Rolle von Opfern einer systematischen Schlamperei der Stadtwerke Verkehrs GmbH aber nicht akzeptieren wollen starten BÜRGERAKTION und Arbeitsgemeinschaft Nahverkehr Augsburg (ANA) eine gemeinsame Unterschriftenaktion.

ANA und BÜRGERAKTION PFERSEE fordern dabei nicht nur eine unverzügliche Wiederaufnahme eines geregelten Straßenbahn-Betriebes nach Pfersee und Stadtbergen, sondern auch die Umgestaltung des Stadtteilzentrums in einem Zug mit evtl. Bauarbeiten an der Luitpoldbrücke. Die Sanierung der Augsburger Straße wird vom Stadtrat seit Jahren nur geschoben und soll, lt. Stadtbaurat Demharter, im Jahr 2003 wieder nur bruchstückweise und in mehreren unzusammenhängenden Bauabschnitten angegangen werden. Sogar Nachdenken wird verboten, da die zentralen Plätze in Pfersee bisher von den Umbauplanungen ausgeschlossen werden.

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Pressemitteilung vom 25.11.2001
Schlamperei bei der VGA
Betrieb der verlängerten Linie 2 zum Klinikum nur möglich, wenn Tram in Pfersee und Stadtbergen eingestellt wird

Die Pferseer sind im Zusammenhang mit Bahnhofstunnel und Luitpoldbrücke an allerhand Kuriositäten bereits gewöhnt, doch auf der nach oben offenen Absurditätsskala sind Steigerungen nach wie vor möglich.

Wegen Baumaßnahmen an der angeblich baufälligen Luitpoldbrücke und maroder Gleise in der Augsburger Straße will die VGA den Trambetrieb nach Pfersee und Stadtbergen ab dem 29.11.01 einstellen. Der  Baubeginn steht zwar nach wie vor nicht fest, nichtsdestotrotz sieht die VGA keine Veranlassung den angedrohten Schienenersatzverkehr ebenfalls zu verschieben.

Wie uns jetzt bekannt wurde - aus gutem Grund. Die VGA müssen den Trambetrieb in Pfersee einstellen, um sich für die seit 20 Jahren überfällige Verlängerung der Linie 2, exakt für den 29.11.01 vorgesehen, mit viel Tschingdarassabumm feiern zu lassen.
Der Arbeitsgemeinschaft Nahverkehr Augsburg (ANA) liegen detaillierte Daten zur Betriebsfähigkeit der Straßenbahnen der Serie GT4 vor, die belegen, daß bei gleichzeitigem Betrieb beider Linienäste derzeit nicht ausreichend Straßenbahnen zur Verfügung stünden. Trotz modernster Ausstattung der Werkstätten im neuen Betriebshof an der Baumgartnerstraße wurde versäumt einzelne Züge rechtzeitig instand zu setzen oder zur fälligen Hauptuntersuchung anzumelden.

Der Zug mit der Nr. 404 harrt so seit einem Unfall am 6.4.01 einer Reparatur und drei Züge (Nr. 406, 457 und 410) werden exakt zum ursprünglich vorgesehenen Baubeginn der Luitpoldbrücke aus dem Verkehr gezogen.

Die BÜRGERAKTION PFERSEE fordern die Verkehrsbetriebe daher auf, unverzüglich für einen geregelten Straßenbahn-Betrieb nach Pfersee und Stadtbergen zu sorgen. Auch während Bauarbeiten an der Brücke – so sie denn überhaupt noch einmal angegangen werden – kann die Straßenbahn weiter fahren, da nur jeweils halbseitig abgebrochen wird und ständig jeweils ein Gleis im Gegenrichtungsbetrieb bedient werden kann.
Die maroden Gleise in der Augsburger Straße müssen ebenfalls nur bis zum ohnehin vorgesehenen Umbau der Augsburger Straße gesichert werden.

In Spitzenzeiten benutzen bis zu 4000 Fahrgäste/h die Straßenbahnen in Pfersee, die Haltestellen Augsburger Straße und Pfersee gehören zu den meist frequentiertesten Haltestellen im Netz der VGA. Die vorgesehenen Busse sind weder hinsichtlich Kapazität noch bezüglich Qualität der ÖPNV-Verbindung in der Lage adäquaten Ersatz zu bieten.

Während die geplante Linie 5 über die Bgm.-Ackermann-Straße korrekterweise mit geringeren Betriebskosten ggü. der Buslinie 32 begründet wird, erscheint es der VGA völlig unerheblich, welche Kosten in Pfersee entstehen. Jede Tram muß durch 3 Busse ersetzt werden – also fallen auch dreifache Personalkosten an.

Der Abschluss der Bauarbeiten an der Luitpoldbrücke war dabei bisher bereits erst für Juli 2003 vorgesehen – der Baubeginn läßt aber auf sich warten. Ganz Pfersee und Stadtbergen werden dennoch bereits vorsorglich ÖPNV-entwöhnt.

Aber auch das passe zum augenblicklichen Erscheinungsbild der Stadt der Umweltkompetenz, so die BÜRGERAKTION.

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Pressemitteilung vom 19.11.2001
Stadtrat täuscht engagierte Bürger
Beim Wettbewerb zum Sheridan-Gelände wird das Votum der Bürgerwerkstatt ignoriert

Fünf Stunden lang haben sich  etwa zwei Dutzend engagierte Augsburger bei der Bürgerwerkstatt zur Zukunft der Sheridan-Kaserne mit allen fünf preisgekrönten Wettbewerbsentwürfen auseinandergesetzt. Die Vorgabe lautete klar und deutlich: Alle fünf Pläne sollten von der Bürgerwerkstatt bewertet und mit Empfehlungen zur weiteren Überarbeitung zurückgegeben werden. Doch der Augsburger Stadtrat entschied anders: Nur noch der erste Preisträger soll seinen Entwurf überarbeiten.

Dies ist eine Täuschung der Bürger, die Zeit und Engagement in die Diskussion eingebracht haben und zeigt einmal mehr, wie fahrlässig die Politiker mit dem Bürgerengagement umgehen - zumal weder Kosten noch Zeitdruck bei der Entscheidung eine Rolle gespielt haben.

Wertvolle Anregungen und Ideen werden nun auf Nimmerwiedersehen in der Versenkung verschwinden, und es wird schwer werden, die gleichen Bürger noch einmal fürs Mitplanen und Mitdenken zu gewinnen.

Wir fordern deshalb den Stadtrat auf, der Empfehlung des Stadtteilarbeitskreises Sheridankaserne zu folgen, das Thema nochmals auf die Tagesordnung zu nehmen und die Entscheidung rückgängig zu machen. Ansonsten wächst der Verdacht, dass böser Wille hinter der Entscheidung steckt: frustrierte Bürger mischen sich nicht mehr ein und der Stadtrat kann ungehindert seine eigenen Planungen verfolgen - ohne störendes Bürgervotum.

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Pressemitteilung vom 12.11.2001
Luitpoldbrücke: Zu teuer
Baubeginn erneut verschoben – Tram in Pfersee und Stadtbergen wird dennoch eingestellt

Pünktlich zu Beginn der Närrischen Zeit steuert das Baureferat Stoff frei Haus bei für die Augsburger Büttenredner:

Baureferat und Stadtspitze negieren seit Bekanntwerden der ersten Entwürfe hartnäckigst jede Kritik am Projekt der monströs geplanten „Neuen Luitpoldbrücke“. Der regelmäßig verschobene Baubeginn zur Erneuerung der angeblich baufälligen Wertachbrücke war nun letztlich für Ende November angesagt. Doch statt Aufträge in der Stadtratssitzung am  Donnerstag, 8.11.2001, zu vergeben - wie Tiefbauamtsleiter Otto Liepert noch am Montag, den 5.11, bei einer Sitzung der Pferseer Einzelhändler ankündigte - mussten auch bis dato nicht eingeweihte Stadträte erfahren, daß die Ausschreibung deutliche Kostensteigerungen gegenüber bisherigen Ansätzen erbracht hat. Dem Vernehmen nach ist die Bauverwaltung nun auf der Suche nach Einsparmöglichkeiten.

Für die BÜRGERAKTION PFERSEE hat sich das Planungschaos um die Luitpoldbrücke damit endgültig zum ausgewachsenen Skandal entwickelt. So Ist es bereits ausschließlich dem Engagement Pferseer Bürger zu verdanken, daß der Schildbürgerstreich einer Unterführung für die ein- bis zweimal pro Tag kreuzende Lokalbahn – mit Kosten in zweistelliger Millionenhöhe – verhindert werden konnte. Trotzdem (oder gerade deswegen)  verwahrten sich die Stadtgewaltigen bisher aber halsstarrig jedem konstruktiven und sachkundigen Hinweis auf Einsparmöglichkeiten am Brückenbauwerk selbst.

Nach Wortlaut der EU-weiten Ausschreibung im Amtsblatt vom 7.9.01 muß das Ergebnis der Angebotseröffnung dem Baureferat aber bereits seit dem 16.10.2001 bekannt sein. Höchstwahrscheinlich muss jetzt sogar die gesamte Ausschreibung aufgehoben und das komplette Verfahren mit geänderten Unterlagen neu aufgelegt werden. Mit einem Baubeginn ist dann aber frühestens zur Kommunalwahl im März 2001 zu rechnen.

Nichtsdestotrotz sehen die Verkehrsbetriebe Augsburg keine Veranlassung den angedrohten Tramersatzverkehr ebenfalls zu verschieben. Wie wir von Stadtrat Dieter Ferdinand (Grüne) erfahren haben, wurde ihm von Verkehrsbetriebe-Chef Günter Jakob telefonisch bedeutet, daß alle Straßenbahnfahrten ab dem 29. November 2001 nach Pfersee und Stadtbergen eingestellt werden – schließlich sei es so im Fahrplan vorgesehen.

Jeder blamiert sich, so gut er eben kann.

Die BÜRGERAKTION PFERSEE fordert daher den Augsburger Stadtrat auf, dem gepflegten Irrsinn unverzüglich ein Ende zu bereiten. Angesichts der Millionenlöcher im städtischen Haushalt kann sich die Stadt den Dünkel nicht mehr erlauben, die längst bekannten Vorschläge Pferseer Bürger, des ADFC, der ANA, von Behindertenverbänden, von Bund Naturschutz, VCD und der BÜRGERAKTION PFERSEE zu möglichen Einsparungen zu ignorieren.

Wir fordern den Verzicht auf die unsinnige Haltestelle auf der Luitpoldbrücke, deren Situierung nahezu alleine die bisherige Breite von ca. 20 m auf nahezu  35 m aufbläht.

Bis zur Hälfte der  momentan erwartbaren Kosten könnte eingespart werden, wenn das Thelottviertel seine Straßenbahnhaltestelle in der Pferseer Straße behält - im gleichen Ausbaustandard, wie für die Augsburger Straße vorgesehen.

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Pressemitteilung vom 01.11.2001
Ideen aus Tübingen
OB lädt zur Bürgerwerkstatt ein

„Wie machen’s andere?“ Dieser Frage gingen Mitglieder der Bürgeraktion Pfersee bei ihrer diesjährigen Studienfahrt nach Tübingen auf den Grund. Dabei stand die Nutzung ehemaliger Kasernenareale, die in Tübingen genauso wie in Augsburg von den Streitkräften befreundeter Nationen in den letzten Jahren aufgegeben wurden, im Mittelpunkt des Interesses.

Die größte Überraschung erlebten die Pferseer jedoch, als sie auf dem Weg zu den Besichtigungsobjekten in der Tübinger Fußgängerzone von einer freundlichen Dame an einem Infostand aufgefordert wurden, die Zukunft der Stadt doch selbst zu gestalten. Im Gespräch stellte sich dann heraus, dass keine geringere als die Oberbürgermeisterin der Universitätsstadt Tübingen Brigitte Russ-Scherer am Samstagvormittag die Bürgerschaft ermunterte, sich an der Entwicklung der Leitlinien für Tübingen selbst zu beteiligen.

Dass die Beteiligung der Bürger an der Stadtentwicklung in Tübingen schon erfolgreich praktiziert wird, davon konnten sich die Exkursionsteilnehmer ein Bild im sogenannten Franzosenviertel machen. Hier sind große Bereich der ehemaligen Kasernenflächen bereits einer neuen Nutzung zugeführt worden, wobei höchst bemerkenswerte Wege beschritten wurden. So erläuterte Architekt Ulrich Plate - selbst an den Planungen beteiligt - , dass bis auf wenige Ausnahmen die Sanierung nicht in Hände von Bauträgern gelegt wurde, sondern über privat organisierte Baugemeinschaften abgewickelt wurde. Ferner wurde von vornherein auf eine Mischung zwischen Wohnungen und Gewerbe größten Wert gelegt. In jedem Gebäude ist zumindest das Erdgeschoß gewerblich genutzt. Allen Kritikern zum Trotz funktioniert heute das Nebeneinander von Wohnen und Arbeit problemlos. Im Gegenteil „Stadt“ entsteht nicht, so meinen die Tübinger, durch Addition von architektonischen und städtebaulichen Großprojekten, sondern durch die Schaffung von Wohnraum verbunden mit Arbeitsstellen und einem auskömmlichen Angebot an Waren, Dienstleistungen und kulturellen Gütern. Für den ruhenden Verkehr sind automatisierte Quartiersgaragen vorhanden. Einengende Bauvorschriften sind zugunsten einer weitgehend freizügigen Baugestaltung ad acta gelegt.

So waren die Pferseer auch begeistert von der Vielzahl der architektonischen Lösungen, welche in die ehemals uniformen Kasernenbauten ein urbanes Stadtgefühl zaubern. Gelungen auch die Idee, das  Dach der ehemaligen Panzerhalle quasi als Wahrzeichen des Viertels stehen zu lassen und darunter einen Markt- und Sportplatz entstehen zu lassen.

Alles im allen ein überzeugendes Beispiel, dass in unserem demokratischen System nicht unbedingt die Entscheidungen von oben nach unten getroffen werden müssen, sondern das vielmehr die Kreativität und der Gestaltungswille der Bürger einiges bewegen und sowohl ökologische wie auch ökonomischen Lösungen hervorbringen kann. Man muss die Bürger halt nur lassen oder - besser noch - dazu ermuntern!

Einen ausführlichen Bericht mit Lichtbildern über die Tübinger Konversionsflächen geben Mitglieder der Bürgeraktion am 13. Dezember, 20 Uhr im Bürgerhaus Pfersee.

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Pressemitteilung vom 28. 08. 2001
Gefährlicher Festbesuch
Engstelle im Holzbachtunnel muss entschärft werden

Badewetter, Plärrerrummel, Freiluftkino, das Areal auf und um den kleinen Exercierplatz herum ist zur Zeit für die Daheimgebliebenen der Anziehungspunkt. Leider ist der Weg zu den Vergnügungen für die Besucher, die aus Richtung Pfersee dorthin streben, mit Gefahren verbunden. Fußgänger und Radler, letztere teils schiebend, teils auf dem Stahlroß, behindern sich gegenseitig in der Holzbachstraße. Der Fußweg durch die Bahnunterführung längs des Wertachkanals verengt sich auf der nordöstlichen Seite. Nur wenig Raum bleibt den Passanten, die hier Mühe haben aneinander vorbei zu kommen. Dass darunter viele Kinder mit und ohne Räder sind, braucht nicht extra betont zu werden, sind doch die Freibäder und der Plärrer für diese begehrte Ferienziele.

Es war vor langer Zeit davon die Rede, hier einen separate Unterführung für Radler und Fußgänger zu bauen. Das kostet viel Geld, wobei ein eigener Tunnel hinsichtlich Einsehbarkeit usw. nicht unproblematisch ist. Aber vielleicht geht es auch anders: Warum wird an dieser gefährlichen Stelle nicht ein Fahrstreifen  zugunsten der schwächsten Verkehrsteilnehmer geopfert? Einspurig für die Kraftfahrzeuge durch die Unterführung, mit einer Ampelanlage vor und nach dem Tunnel gesichert und schon kann der vorhandene Rad- und Fußweg mit ausreichender Breite durch die Unterführung geführt werden. Und sei es nur zu bestimmten Zeiten.

Schon hören wir die Argumente: Hier müssen Schwerlasttransporte ( Wie oft?) durch die Unterführung und passiert ist hier auch noch nie etwas! Aber muss erst was passieren? Wir können den Verantwortlichen nur empfehlen, sich die Gefahrenstelle am Abend oder gar in der Dunkelheit anzusehen, wenn die Besuchergruppen wie jetzt zu den Vergnügungsstätten durch den Tunnel strömen!

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Presse-Mitteilung vom 06.12.2000
Presse-Mitteilung vom 11. April 1998