Im August bringt das Hochwasser von Lech und Wertach die im Bau befindliche Autobahnbrücke bei Gersthofen in eine gefährliche Schieflage. Nachdem das Wehr der Goggelesbrücke bereits abgetragen und der Regenwasserentlastungskanal noch rechtzeitig verlängert wurde, besteht für Pfersee diesmal keine akute Gefahr. Die Verantwortlichen haben aus den Ereignissen von 1999 gelernt und leiten deshalb vorsorglich Schutzmaßnahmen ein.

Während des ganzen Winters wird der Bereich zwischen der Luitpoldbrücke und der Ackermannstraße von Baggern umgepflügt. Rechtzeitig zur Schneeschmelze steht statt des Wehrs eine neue Sohlrampe zur Verfügung, um die Wucht des Wassers zu bremsen und die gefährliche Eintiefung einzudämmen, die beim letzten Hochwasser stark zugenommen hat.


    Augsburg, März 2006
    - Der Vorstand -  

Jahresbericht 2005 / 2006

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Mitglieder und Freunde der
BÜRGERAKTION PFERSEE,

„Hochwasserwarnung für Pfersee“ schreckt uns im Mai auf. Nachdem die Goggelesbrücke abgetragen ist, stellen die Verantwortlichen plötzlich fest, dass durch den möglichen Rückstau eines Entlastungskanals die Gefahr eines Hochwassers für Pfersee Nord bei bestimmten Konstellationen nicht ausgeschlossen werden kann. Unglaublich, war doch der Abriss der Goggelesbrücke, so überraschend er letztendlich durchgeführt wird, bekanntlich seit längerem geplant. Das Vertrauen der Bürger in eine verantwortungsbewusste Verwaltung wird durch derartige Ereignisse nicht gestärkt. Hochwasser- und Naturschutz werden uns in Pfersee auch weiterhin beschäftigen.

Für Ihr Interesse danken wir Ihnen und möchten Sie bitten, uns auch weiterhin so wie bisher zu unterstützen.



Mit herzlichen Grüßen
BÜRGERAKTION PFERSEE „SCHLÖSSLE“
      
Dietmar          Georgine              Bernhard    
Egger             Truckenmüller      Kammerer   
(Vorsitzender)     (stellv. Vorsitzende)    (stellv. Vorsitzender)

2005/ 2006 auf einen Blick Zum Seitenanfang

Januar
Beteiligung an der Diskussion zur „Öffnung des Grasigen Weg“ mit dem Ziel, eine gesamthafte Verkehrsberuhigung für Pfersee zu erreichen

April
„Pferseer Maifest“ - Die BÜRGERAKTION beteiligt sich mit dem Würstlstand

April bis Juli
Beteiligung an der Bürgerwerkstatt zur Verkehrsberuhigung in Pfersee

Mai
Jahreshauptversammlung

Juni
Mitgliederfahrt zur Bundesgartenschau 2005 in München-Riem

Juli
Mitgliederversammlung mit Bericht aus der Radlerstadt Erlangen (2. Teil)

Oktober
Stellungnahmen zur Mobilitätsdrehscheibe mit dem Ziel, einen Zugang zum Bahnhof von der Westseite zu erreichen.

 
Auch ein Idee der BÜRGERAKTION: Die Eislauffläche an der Gollwitzerstraße, im Sommer als Boule-Platz benutzbar


Organisation
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Vorstand
Seit 2004 führen Dietmar Egger als 1. Vorsitzender, Georgine Truckenmüller und  Bernhard Kammerer als Stellvertreter den Verein.
Unverändert auch: Kassier Wolfgang Konrad;  Schriftführer Dr. Peter Seyboth und Ulrich Truckenmüller;
Revisoren
Uta Shaughnessy und Walter Schneider;
Beiräte:
Margarete Billian, Angelika Simak und Roswitha Staudinger.

Mitglieder
Die Zahl der Mitglieder verändert sich geringfügig von 155 (01.01.2005) auf 153 (01.01.2006).

Kasse
Der Kassier und die Kassenrevisoren tragen auf  der Jahreshauptversammlung vor.

Mitgliederversammlung
  • 10.05.2005 Jahreshauptversammlung
Vorstandssitzungen
  • 14.06.2005   
  • 25.07.2005   
  • 27.09.2005
  • 10.11.2005   
  • 15.12.2005   
  • 26.01.2006
  • 23.02.2006   
  • 04.04.2006   

Bürgerstiftung Augsburg  "beherzte Menschen"
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Die Wurzeln des Stiftungsbäumchen sind leider nicht angewachsen, die Neubürger Uta und Hans-Jürgen Conrad fühlen sich aber schon sehr wohl mit ihrer Galerie am Mühlbach. Das  Lesezelt im Botanischen Garten, in dem vorgelesen und ein Schulprogramm angeboten wird, ist derzeit das größte Projekt der Stiftung. Zudem wird der Jugend-Engagementpreis ausgelobt. In Kooperation mit dem Agenda Team geht demnächst ein Onlineauftritt für nachhaltigen Lebensstil in Augsburg unter
ans Netz. Zudem werden vor allem Kinderprojekte, Hausaufgabenhilfe, Schul- und Künstlerprojekte unterstützt und ein interkultureller Kalender mit allen Feiertagen der hier lebenden Religionen soll bezuschusst werden

Der Stadtteil mit den meisten Mitgliedern in der Bürgerstiftung ist nach wie vor Pfersee, damit das auch so bleibt, sollten es noch mehr werden. Näheres unter


Mitgliederfahrt 2006 zur „Bergische Expo ’06“
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Die drei Städte Wuppertal, Remscheid und So-lingen veranstalten die Bergische Expo`06, auf der die drei Städte präsentieren, was sie im Rahmen der „Regionale 2006“ auf den Weg gebracht haben.
(Termin Anfang August oder Ende September)
 
Forum Augsburg lebenswert
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Die BÜRGERAKTION ist im Forum, das Verbesserung der Umweltbedingungen in Augsburg zum Ziel hat, von Anfang an Mitglied.

Im Jahr 2005 waren es die Themen aktuell:
  • Straßenbahnlinie 6 nach Hochzoll
  • Verkehrsdrehscheibe am Hauptbahnhof
  • Regionale S-Bahn für Augsburg.
Zusammen mit den Vertretern der Behinderten werden mit allen Stadtratsfraktionen Gespräche über den Bahnhofsumbau und der Verlängerung der Straßenbahnunterführung zum Sebastian-Buchegger-Platz im Thelottviertel geführt. Dass der Bahnhof nun einen neuen Zugang von Westen erhält, der auch für Fußgänger zur Verfügung steht, ist ein Erfolg dieser Initiative.

BÜRGERHAUS PFERSEE
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Zu zwei Sitzungen treffen sich im Jahr 2005 die Beirats-Mitglieder, Manfred Klopf (AWO Pfersee), Karl Linse (Arbeitgemeinschaft der Pferseer Vereine), Simone Malleier und Anne Klein (Jugendhaus Pfersee), Petra Kammerer und Klaus Konrad (BÜRGERAKTION) sowie Klara Blöchl für das Bürgerhaus zu den Themen: Gestaltung der Freiflächen, Gestaltung des Programms mit  über 100 Kursen, die Raumvergabe an 70 verschiedene Gruppen, die geplante Mieterhöhung ab 2006, der Umbau des Dachgeschoßes  und eine Stadtteilinformationsbroschüre mit Hinweisen nicht nur für Neubürger. Weitere Info unter:

ARBEITSGEMEINSCHAFT  PFERSEER VEREINE (AGP)
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„Der Maibaum ist weg!“ wenige Tage vor dem 1.Mai, dem Tag an dem traditionsgemäß ein Maibaum spätestens aufzustellen ist, werden die Pferseer mit dieser Horrormeldung aufgeschreckt. War der Baum denn nicht gut gesichert hinter Schloss und Riegel aufbewahrt?

Während die Pferseer noch mit sich ringen, ob sie diese schändliche Tat als Einbruch oder als Bubenstreich werten sollen, geben sich die „Maibaumfreunde“ aus Leitershofen als „Maibaumdiebe“ zu erkennen. Spät am Abend werden die Modalitäten der Herausgabe ausgehandelt: Ein Fass Bier und eine zünftige Brotzeit für die Täter aus der Nachbargemeinde und die Pferseer haben wieder ihren Baum.
 
Leider nur von hinten lassen sich die die Maibaumfreunde aus Leitershofen ablichten. Hat wohl seine Gründe!

Zum Schluss profitieren alle von der Entwendung des Maibaumes: Die Leitershofener können sich freuen, den Städtern eines ausgewischt zu haben, die Pferseer kommen durch die Berichterstattung zu einer kostenlosen Werbung und freuen sich beim Maifest über einen gut florierenden Bier- und Würstlverkauf.

Abschied von der Goggelesbrücke
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Die Goggelesbrücke war ein Wehr mit einem Übergang, unter dem mehrere  Versorgungsleitungen eingehängt waren. Es entstand 1921 mit der Verlängerung des Wertachkanals. Die erste Ableitung des Kanals, für die 1884 das Gögginger Wehr errichtet worden war, führte nur bis zur so genannten Kulperhütte und diente zur Energieversorgung der Nähfadenfabrik. Dieses Wehr wurde beim Hochwasser am 23. Mai 1999 weitgehend zerstört.

Unterhalb der Goggelesbrücke konnte man auf der Ostseite den Kanal einleiten, auf der Westseite den Mühlbach, eine Möglichkeit, von der zuletzt selten Gebrauch gemacht wurde. Das Bauwerk hatte die Aufgabe die Kraft der Wertach zu bändigen und als Stützschwelle die weitere Eintiefung zu begrenzen.

Der Übergang war von Anfang an beliebt, später erhielt er als Weg zu den Bädern an der Schwimmschulstraße und zum Plärrer zusätzliche Bedeutung.

Der Name leitet sich von einem, mit einem prächtigen Schweif ausgestatteten Goggel ab, der als Wetterhahn das hölzerne Schleusenhaus schmückte. Besonders bei Hochwasser war es eindrucksvoll, auf der Brücke die Kraft des Voralpenflusses zu erleben.

Da sich die Brücke im Grenzgebiet von Pfersee und Kriegshaber befindet, wurden dort früher die Reviere zwischen den Jugendlichen aus dem Hettenbach und aus Pfersee verteidigt.

Stärker in Erinnerung geblieben sind Liebesgeschichten, die hier im Niemandsland  ihren  Anfang und manchmal auch ihr Ende fand. Die Verschwiegenheit des Ortes führte dazu, dass sich Ende der 60er Jahre ein blühender Schwarzmarkt entwickelte, auf dem amerikanische Soldaten zollfreien Wodka, Whisky und Zigaretten, später dann auch andere Drogen an die einheimische Jugend verkauften.

 
Der östlichen Teil des Wehrkörpers ist bereits eingerissen. In wenigen Stunden ist die Goggelesbrücke verschwunden.

Seit 2000 gibt es Pläne, das Wehr aus Gründen des Hochwasserschutzes durch eine Rampe zu ersetzen. Im Zusammenhang mit dem Projekt Wertach vital sollen die Ufer naturnah gestaltet werden. Für den Brückenneubau wird bereits ein Wettbewerb durchgeführt. Statt sich für das Bauwerk einzusetzen gibt es politischen Streit um den Abriss. Einige Stadträte negieren die Baufälligkeit und wollen das Wehr erhalten.

Die Wertach hat wie schon beim Gögginger Wehr Fakten geschaffen, diesmal glücklicherweise ohne Überschwemmung.  Bis der neue Übergang kommt wird allerdings noch viel Wasser über die Kiesbänke fließen. Auf den Neubau des Gögginger Ackermannwehres warten wir immerhin schon über sechs Jahre.

Ein Verkehrskonzept für Pfersee
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Trotz der Sperrung des Grasigen Weges wird die Belastung mit Durchgangsverkehr in Pfersee weiter ansteigen, wenn nicht entschiedene Gegenmaßnahmen ergriffen werden. Der Druck aus dr Bevölkerung wird so groß, dass sich der Stadtrat entschließt die Bürger ein Verkehrskonzept erarbeiten zu lassen. Ziele sind:
  • Vermeidung von Durchgangsverkehr;
  • Verträgliche Abwicklung des Restverkehrs;
  • Erhalt der Lebensqualität;
  • Wirtschaftlichkeit;
  • Verbesserung der Verkehrsicherheit.
Zwanzig von Bürgern gewählte Delegierte, die alle Bereiche des Stadtteiles vertreten, opfern im Frühjahr und Sommer 2005 einen großen Teil ihrer Freizeit. Sie Informieren Nachbarn, treffen sich in Arbeitskreisen, diskutieren und setzen sich mit hunderten von Vorschlägen auseinander. Mit Unterstützung durch einen professionellen Verkehrsplaners und die Stadtverwaltung wird den Pferseern im gut gefüllten Pfarrsaal am 28. Juli 2005 ein Gesamtkonzept präsentiert, das sich sehen lassen kann. 

Alle Ziele werden erreicht, in fast allen Straßen wird die Belastung durch den motorisierten Verkehr sinken. Lediglich in der Augsburger Straße wird es wieder zu einer geringfügigen Zunahme des Individualverkehrs kommen, der Preis für die oft deutliche Entlastung anderer Straßen.

Damit die vom Baureferenten versprochene baldige Realisierung auch beginnen kann, wird ein Stufenplan erarbeitet. Die Stufe 1, die vor allem für die Verkehrssicherheit und für die Anwohner der besonders belasteten Zubringerstraßen sehr wichtig ist, würde demnach knapp 400.000 Euro kostet und sollte in wenigen Jahren umgesetzt werden.


Bernd Kastl und  Alexander Meyer übergeben im Rathaus OB Dr. Paul Wengert und Stadtbaurat Dr. Karl Demharter (v.l.n.r.) das Verkehrskonzept der Pferseer Bürger

Der Stadtrat beschließt zwar das Konzept für Pfersee, stellt aber keinerlei Finanzmittel bereit. Überdies erklärt die Verwaltung, dass die Prüfung der Maßnahmen erst bis etwa Mitte 2006 abgeschlossen sein wird. Die BÜRGERAKTION sieht hier eine schallende Ohrfeige für das ehrenamtliche Engagement der Pferseer.
 
Der Oberbürgermeister lässt uns daraufhin mitteilen, dass er der Meinung ist, dass der Einsatz der Bürger sehr wohl honoriert wird. Er setzt auf den Nachtragshaushalt und verweist auf die Öffnung der Kirchbergstraße für Radler, die 2006 erfolgen soll. Diese Maßnahme ist allerdings bereits seit 1993 versprochen. Dass sie nach 13 Jahren endlich umgesetzt wird, berechtigt nicht unbedingt zu Hoffnungen.

Mitgliederfahrt zur BUGA nach München-Riem
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In diesem Jahr steht als Mitgliederfahrt ein Besuch der Bundesgartenschau (BUGA) in München-Riem auf dem Programm. Schließlich wurde von der BÜRGERAKTION die Idee einer Gartenschau auf dem Gebiet der Sheridan-Kaserne  eingebracht, um die Entwicklung der Konversionsflächen im Augsburger Westen zu fördern.

 
Unter fachkundiger Führung „ergehen“  wir die BUGA

So lassen wir uns unter fachkundiger Führung die neue Nutzung des ehemaligen Münchner Flughafens erläutern: Ein Drittel „Messe“, ein Drittel „Wohnen“ und ein Drittel „Naherholung“ lautet die Formel. Und so erfahren wir, dass sich die Vorstellungen einer Gartenschau in den letzten Jahren geändert hat: Es geht nicht nur darum, Pflanzen und Blumen zu zeigen, es ist Sinn einer Gartenschau, Flächen einer neuen Nutzung zuzuführen, z.B. aus Brachflächen neue Erholungsflächen zu schaffen.


Im Vogelnest – aus der Perspektive eines Insekts

Und so ist in der Tat die BUGA mehr als eine Zurschaustellung von blühenden Pflanzen. „Nachhaltigkeit“ oder „Wechsel der Perspekti-ven“ sind Schlagworte, mit denen den Besu-chern erstaunliches gezeigt wird: Die Welt aus der Sicht eines Maulwurfes, Aug in Aug mit einem Haustier, die Perspektive eines Insekts in einem Vogelnest, all dies sind neue Erkennt-nisse.

 
Der neu geschaffene BUGA-See, ein nachhaltiger Gewinn für die Bewohner von München-Riem

Originell auch die sprechenden Pflanzen, wenn sich z.B. der Grünkohl mit der Stimme des Ex-kanzlers vorstellt. Überhaupt, die „Zell“-Gärten - thematisch gestaltete Kiesgruben -  sind die Hits der Gartenschau.

 

Wohnen und Naherholung – eine Botschaft der BUGA

Für uns steht jedoch fest, dass sich mit einer derartigen Veranstaltung, sei es Bundes- oder Landesgartenschau, eine Initialzündung für die Entwicklung eines brach liegendes Geländes auslösen lässt, wie es z.B. in Augsburg die Kasernenflächen wären.

Nicht zu vergessen ist dabei, dass für eine Gartenschau auch Bundes- oder Landesmittel abgerufen werden können und sich derartige Veranstaltungen erfahrungsgemäß als Besuchermagnet herauskristallisieren, ein Aspekt, der mit den damit verbundenen Effekten für das wahrlich nicht verwöhnte Augsburg von Bedeutung sein könnte.


Supply-Center
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Im Herbst `05 passiert der Bebauungsplan nach einer medial betriebenen „Schlammschlacht“ die Stadtratsgremien – und ist schon wieder überholt. Die markante Bebauung entlang der Bgm.-Ackermann-Straße wird vom Bauträger beträchtlich ausgedünnt, um - dem Vernehmen nach - einer dieser unverwechselbaren Discounter-Hallen Platz zu schaffen. Das dahinter liegende Einfamilienhausgebiet erlangt ob der Ansammlung von Baustilen bereits örtliche Berühmtheit („in 10 Minuten um die Welt“) und wird an den Sonntagnachmittagen als Kuriositätenkabinett zum Standardziel von Spaziergängern und Spöttern.

 
Freistil  - einmal anders

Um möglichen Attacken macheteschwingender Radler vorzubeugen, erlaubt der Bauausschuss 1,80 m hohe Zäune entlang der Flandernstraße – wo vielleicht gleich deutlich höhere Sichtschutzwände angesagt gewesen wären. Der Bauträger bewirbt sich bereits für das Areal der Reese-Kaserne, um Augsburg mit seinem „erfolgreichen“ Besiedelungsmodell auch weiterhin zu beglücken. 

10 Jahre nach dem Bürgerbegehren in Pfersee
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Die Ablehnung der über 700 Einwendungen zur Neubebauung des Geländes der Spinnerei und Weberei Pfersee (SWP) führt 1995/96 zu einem Bürgerbegehren, das von mehr als 4000 wahlberechtigten Stadtteilbewohnern unterstützt wurde. Der Stadtrat lehnt den Bürgerentscheid ab, kann sich aber den wesentlichen Forde-rungen nicht entziehen.

Der zehnte Jahrestag dieser erfolgreichen Ak-tion ist Anlass nochmals zu überprüfen, was aus den Stadtratsbeschlüssen wurde, die mit dem Bürgerbegehren erkämpft wurden:

  • Reduzierung der Bebauungsdichte
  • Stadt und Bauträger wollen 1995 auf keinen Quadratmeter Nutzungsfläche verzichten. In der Zwischenzeit haben die wechselnden Besitzer an der Gollwitzerstraße statt Wohnblocks Reihenhäuser errichtet und damit von sich aus die Bebauungsdichte weiter reduziert. Obwohl die Bauträger damit Geld verlieren, ist diese Entwicklung  für die Verwertung der Grundstücke unvermeidlich.
  • Vergrößerung der Grünfläche  am Mühl-bach auf 10.000m²
  • Auch dies wird zunächst für völlig ausge-schlossen gehalten. Heute ist die von den Bürgern erkämpfte Fläche ein unverzichtba-res Hilfsmittel bei der Vermarktung.
  • Jugendspielplatz
  • Die Bebauung des Geländes bietet die einmalige Gelegenheit einen Spiel- und Sportplatz für ältere Kinder zu errichten. Bauträger aber  auch  der  Stadtrat  lehnen eine derartige Einrichtung kategorisch ab. Der Platz entsteht schließlich auf der Perz-heimwiese am Wertachkanal und wird vom Bauträger mit einer Spende finanziert.
  • Verkehrsberuhigte Gestaltung der Augsburger Straße mit Verbesserung der Aufenthaltsqualität und Tempo 30
    Dieser Teil des Stadtratsbeschlusses muss immer wieder angemahnt werden. Er wird erst  im Jahre 2003 mit dem Umbau des Stadtteilzentrums an der Augsburger Straße umgesetzt.

Das Zentrum von Pfersee nimmt mehr und mehr Gestalt an

Fazit: Alle Forderungen des Bürgerbegehrens stellen sich im Nachhinein sowohl für das Neu-baugebiet als auch für den Stadtteil  als be-rechtigt dar. Dies gilt auch für weitere Verbes-serungen des Bebauungsplanes, welche die  Pferseer fordern, so die erfolgreiche Renaturie-rung  des Mühlbaches und der Kindergarten, der aus dem Entwicklungsgewinn finanziert wird und dem Steuerzahler deshalb nichts kostet.

Gesamtkonzept für Linie 5 nötig Zum Seitenanfang

Die Diskussion über die Führung der Linie 5 westlich des Bahnhofes macht für die BÜR-GERAKTION deutlich, dass ohne ein Gesamt-konzept nichts entschieden werden kann. Der neue Bahnhofs-Zugang von Westen erfordert  noch vor der Trassenfestlegung eine Gesamtschau zu den dringendsten Fragen:
  • Wie werden ruhende und fließende Verkehre zwischen Rosenau- und Hessenbachstraße neu geordnet?
  • Wie kann der störende Durchgangsverkehr aus dem Thelottviertel genommen werden?
  • Wie werden die Chancen, die sich mit dem Westzugang zum Bahnhof für das Thelottviertel ergeben, am besten genutzt?
  • Wie wird langfristig die optimale Lösung für die Tram aussehen, falls die Entlastungsstraße auf dem Bahngelände realisiert wird?
  • Welche Trassenführung im Bereich der Bgm.-Ackermann-Straße bringt die beste Erschließung für den Augsburger Westen?
Anstatt die Fragen zu klären, lässt die Stadt die öffentliche Diskussion zur Tramtrasse auf eine Auseinandersetzung um Parkplätze zulaufen und entscheidet sich für die „Hessenbachstraße“, eine Variante, die aus Sicht der Tram die größten Nachteile bringt, aber wohl den geringsten Widerstand der Anwohner.

Eine übereilte Festlegung führt im weiteren Verfahren und bei Zuschussverhandlungen zu massiven Schwierigkeiten. Die BÜRGERAKTION geht davon aus, dass im Planfeststellungsverfahren auch die Trassen „Holzbachstraße" und „Rosenaustraße“  ihre Chance bekommen.

Mobilitätsdrehscheibe
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Anfang des Jahres `05 setzt sich die Erkenntnis durch, dass dieses Mammutprojekt nicht losgelöst vom Blick auf das Bahnhofsumfeld und mögliche Entwicklungen abzuwickeln ist. Gerade noch rechtzeitig wird eine Strukturplanung in Auftrag gegeben, die (pardauz!) erhebliche städtebauliche Defizite für Ladehöfe, Bahnhofsvorplatz oder Riegele-Areal ausweist.

Als Riesen-Erfolg für die Augsburger Initiativen lässt sich verbuchen, dass die offizielle Planung mittlerweile den ersehnten Westzugang zum Bahnhof in Verlängerung des Mitteltunnels direkt vom Sebastian-Buchegger-Platz vorsieht. Zur Erinnerung: Exakt an dieser Stelle hat die Bürgeraktion bereits im Jahr 1994 einen symbolischen Tunnelanstich vorgenommen.
 
Straßenbahn und Fußgänger getrennt zu führen (was wir noch im Mai `05 in einer Presseerklärung anprangern müssen) wird sogar als unwirtschaftliche Lösung nicht weiter verfolgt. Als ein Ergebnis der Strukturplanung wird aktuell die Ausweisung eines Sanierungsgebietes zwischen Lutz- und Hessenbachstraße im Westen sowie Sieg-inden-, Frölich-, Fugger- und Hermanstraße im Osten vorbereitet, die im Weiteren dann hoffentlich ermöglicht, auch auf die Belange im Thelottviertel einzugehen.

Wer war Sheridan?  Zum Seitenanfang

Schon wenige Jahre nachdem die Amerikaner die Sheridan-Kaserne verlassen haben, stellt sich Verwirrung um die Herkunft des Namens der Kaserne ein. Deshalb hier die Aufklärung:

Auf landwirtschaftlich genutzten Flächen am Rande von Pfersee entstehen im Zuge der nationalsozialistischen Hochrüstungspolitik von 1934 bis 1936 die nach Gerneral Kneusel benannte Infanteriekaserne, eine Heeres- und eine Luftnachrichtenkaserne.
 
Nach dem Einmarsch der Amerikaner werden die drei Kasernen zu einer vereint und weiter militärisch genutzt.

Die Amerikaner benennen die jetzt größte Augsburger Kaserne nach dem Gefreiten Carl V. Sheridan (links im Bild).
 
Pfc (Private 1st Class) Sheridan von der 47th Infantry Division verlor am 26.11.1944 bei dem Sturm auf die Festung Frenzenberg (Weisweiler) sein Leben. Für die Befreiung Deutschlands von der Naziherrschaft wurde er posthum mit der „Medal of Honor“, dem höchsten Orden für Tapferkeit, ausgezeichnet.

Initiative Denkort
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„Die Stadt Augsburg und ihre Bürgerinnen und Bürger haben die Kraft sich ihrer ganzen Geschichte zu stellen  und aus dieser Auseinandersetzung Impulse für die Weiterentwicklung im Sinne einer Friedensstadt zu gewinnen.“ Diese Vision ist der Antrieb für die „Initiative Denkort“, die aus dem ehemaligen Zwangsarbeiterlager in der Sheridan-Kaserne einen Ort der Begegnung machen will. Die Halle 116 am Westrand der Kaserne soll zu einer Drehscheibe für kulturelle, soziale, religiöse, geschichtsbewusst machende und generationsübergreifene Aktivitäten werden. Die Gebäudegröße und das bisher erarbeitete Grundkonzept lassen eine Vielzahl von parallelen Nutzungen zu:
  • Gedenkstätte mit Cafe
  • Bücherei, Bibliothek
  • Dokumentationszentrum
  • Ausstellungsräume
  • Arbeitslosenprojekte
  • Integrationsprojekte
  • Religiöse Nutzungen
  • Treffpunkt, Veranstaltungsräume, Ateliers
Die Halle könnte sowohl in Bauabschnitten, als auch als Gesamtkomplex umgebaut werden. Dabei könnten die benötigten Flächen gemietet oder gekauft werden.

Die Initiative „Denkort“ sucht Menschen und Organisationen, die mithelfen wollen, diese Idee zu realisieren.

Weitere Infos unter www.denkort.de

Null Bock auf Jugendliche? Zum Seitenanfang

Die Schwierigkeit Plätze für Jugendliche in Pfersee zu finden zieht sich wie ein roter Faden durch unsere Jahresberichte: Ob es die Aufgabe des Dierig Sportplatzes oder der Kampf um den Jugendspielplatz für das SWP-Gelände ist: Regelmäßig macht die Stadt deutlich, dass sie dem Bewegungsbedürfnis der Jugendlichen keinen Raum geben will. Jetzt ist wieder einmal der Basketballplatz beim Schlössle dran:

Zur Vorgeschichte: 1990 wird der Schlössle Anger gegen den Widerstand aus Bevölkerung und Heimatpflege zur Bebauung freigegeben. Erst auf Anregung der Bürger veranlasst der OB eine Ergänzung zum Baubescheid, nach dem die Lärmimmission der Spiel- und Sportflächen beim Schlössle der Zweckbestimmung dieses Bereiches entsprechen und von den neuen Bewohnern geduldet werden müssen.
 
Diese erreichen trotzdem eine Begrenzung der Nutzungszeiten des Basketplatzes, den im Sommer 2005 Bürgermeister Kirchner zusätzlich zu bestimmten Zeiten abschließen will. Damit können Jugendliche, die ihn benutzen, wegen Hausfriedensbruch belangt werden. Durchsetzen soll diese Regelung die Polizei. Kosten für Schließanlage und Schließdienst gehen zu Lasten des Steuerzahlers.

Fazit: Das Wort eines OB hilft Jugendlichen nicht, wenn diese einen mit öffentlichen Mittel errichteten Platz benützen wollen. Und wer neben einem Jugendspielplatz baut, kann tatsächlich bei der Stadt jemanden finden, der ihm hilft, den Platz seiner gewidmeten Nutzung zu entziehen.

Unerwartete Anerkennung
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Theo Gandenheimer Bürgermeister a.D. und Stadtrat schrieb uns im Mai 2005:

Sehr geehrter Herr Egger,
sehr geehrte Damen und Herren,

herzlichen Dank für die Zusendung Ihres Jahresberichts 2004/2005 und es drängt mich, Ihnen für diese gut gestaltete Informationsbroschüre meine Anerkennung kund zu tun.

Ich tue dies – obwohl ich nicht mit allen Aktivitäten der Bürgeraktion einig war und deshalb meine Unterstützung und Zustimmung verweigerte. Umso herzlicher ist mein Glückwunsch zu diesem Bericht. Ich verbinde damit auch ein aufrichtiges Dankeschön für Ihr ehrenamtliches Engagement in Ihrem Stadtteil.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr Theo Gandenheimer

Sehr geehrter Herr Stadtrat Gandenheimer,

wir können nicht erwarten, dass unsere Aktio-nen bei allen Stadträten helle Begeisterung hervorrufen. Leider ist es aber auch  sehr sel-ten, dass jemand aus Kreisen des Stadtrates den Dialog von sich aus mit uns sucht. Insofern freut uns Ihr Schreiben besonders, wir schätzen das Lob, aber auch die Offenheit. Sollten wir nicht auf dieser Basis gemeinsam das suchen, was uns, Oberhausen und Pfersee, verbinden könnte?

Herzlichst
Ihre BÜRGERAKTION PFERSEE

Stadtteilkonferenz Jugend
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Zum 24.02.05 lädt die BÜRGERAKTION zur „Stadtteilkonferenz Jugend“ die ins Bürgerhaus ein, die in Pfersee mit Jugendlichen arbeiten. Erfreulich viele folgen der Einladung. In regem Austausch wird die Situation der Jugendlichen im Stadtteil aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchtet. Wie erwartet gibt es manche Sorge und Befürchtung zu hören, aktuelle Fragen wie das Schicksal des Jugendspielplatzes auf der Schlössle-Wiese und der geplante Ballspielplatz an der Flandernstraße werden angesprochen, auch einige Angebote vorgestellt. Der große Wurf zur Lösung aller Probleme kann naturgemäß an diesem Abend nicht erwartet werden. Es wird abgemacht, miteinander in Verbindung zu bleiben und Ideen zu sammeln.

Als ein kleines konkretes Ergebnis sehen wir, dass im Anschluss Frau Noelke-Schauffler vom „Allgemeinen Sozial Dienst“ (ASD) Kontakt zu uns aufnimmt und uns einläd, an einer von ihr initiierten Konferenz im September teilzuneh-men. Hier erfahren wir, dass die Pferseer Polizei „unsere“ Jugendlichen als recht ansprechbar empfindet. Ein weiteres Thema ist der viel umstrittene Platz an der Schlössle-Wiese, von dem es heißt, er soll wie bisher frei zugänglich bleiben. Seit Januar 06 schmückt seine Türe nun ein Schloss...Auch auf das versprochene Protokoll zur Sitzung warten wir noch.

Die BÜRGERAKTION aber möchte Jugendlichen als die wichtigsten Teilnehmer an unserem geplanten Stadtteilfest im September 06, dem „Markt der Möglichkeiten“ gewinnen. Wir suchen Ideen und viele motivierte Mitarbeiter.

Pfersee: 200 Jahre bayrisch
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Der Jahreswechsel von 1805 auf 1806 ist für Pfersee ein historisch bedeutsames Datum. Nachdem es wenige Tage zuvor ein Teil von Bayern geworden war, erhielt es nun einen König.

300 Jahre lang zählt Pfersee zur Markgrafschaft Burgau, die wiederum als Teil von Vorderösterreich zum kaiserlichen Österreich gehörte. Diese „Schwanzfeder Österreichs“ wird von Napoleon nach der Schlacht von Austerlitz ausgerupft, und am 26. Dezember 1805 an den bayerischen Hut gesteckt. Den Kurfürsten befördert Napoleon zum Jahreswechsel gleich noch zum König Max Joseph.

Ob die Stimmung in Pfersee so schlecht war wie in Krumbach, wo der Bürgermeister seine Sorgen mit dem Ausruf: „Gott steh uns bei, wir werden bayerisch“ ausdrückte, ist nicht bekannt. Vermutlich hat sich damals für die meisten der circa 500 Pferseer nicht viel geändert. Immerhin durften sich neben den Juden jetzt auch Protestanten ansiedeln. Die Strukturen in Pfersee änderten sich erst gut fünfzig Jahre später, als aus dem Dorf ein Industriestandort wurde.

Für die Freie Reichstadt Augsburg waren die Auswirkungen allerdings schon 1806 beträchtlich. Sie verlor die Reichsfreiheit und wurde, wie Pfersee, ein Teil von Bayern. Zum Jahreswechsel 2005 auf 2006 konnte man bemerken, dass dieser historische Tag ganz offensichtlich kein Grund zum Feiern ist!


Vorschau 2006
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Arbeitsgemeinschaft Pferseer Vereine (AGP)
und PFERSEE aktiv!
Samstag, 29. April 2006 von 9.30 bis 16 Uhr

Pferseer Maifest

Der Maibaum wird aufgestellt
Umzug und buntes Programm auf dem
Platz vor der Herz-Jesu-Kirche


 

BÜRGERAKTION PFERSEE „SCHLÖSSLE“ e.V.
Dienstag, 09. Mai 2006  20 Uhr
Bürgerhaus Pfersee

Jahreshauptversammlung



Arbeitsgemeinschaft Pferseer Vereine (AGP)
Samstag 20. Mai 2006

Pfersee-Tag

Die AGP wurde am 20. Mai 1976 gegründet. Aus diesem Anlass lädt die AGP in Zusammenarbeit mit dem Augsburger Zoo bei ermäßigten Eintritts-preisen zu einem Besuch des Pferseer Wahrzei-chens, dem Überbau des Goggeleswehres, der jetzt als Wetterschutz im Tiergarten steht, ein.

Beachten Sie bitte die Programmankündigungen der Tagespresse und der Lokalsender.




Arbeitsgemeinschaft Pferseer Vereine (AGP)
Freitag, 15. und Samstag 16. September 2006

Stadtteilfest in Pfersee
mit
„Markt der Möglichkeiten“


Entlang des Mühlbaches vom Spinn-Web-Platz
bis zur Färberstraße

Impressum
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Jahresbericht 2005 / 2006
der BÜRGERAKTION PFERSEE „SCHLÖSSLE“ e.V. - 24. Jahrgang

Herausgeber:
Vorstand der BÜRGERAKTION PFERSEE „SCHLÖSSLE“ e.V.
Dietmar Egger, Egelseestr. 9 – Georgine Truckenmüller, Kirchbergstr. 32 - Bernhard Kammerer, Kirchbergstr. 3 - alle 86157 Augsburg

Texte:
Ute Conrad - Dietmar Egger - Bernhard Kammerer - Klaus Konrad - Peter Seyboth - Georgine Truckenmüller

Bilder:
Klaus Konrad - Wolfgang Konrad - Peter Seyboth

Auflage der gedruckten Ausgabe:
800 Exemplare


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